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Fehlerfrei zum eigenen Haus

Reihe: Bau-Rat

Uwe Morchutt

Fehlerfrei zum eigenen Haus

Präzise Planung, korrekte Ausführung
und exakte Abnahme

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Dieses Buch erscheint in der Reihe „Bau-Rat:“

Der Autor dieses Buches Uwe Morchutt, Jahrgang 1955, studierte nach der Baulehre an der heutigen Brandenburgischen Technischen Universität Cottbus Bauingenieurwesen und schloss dort 1981 die Ausbildung als Dipl.-Ing. (FH) ab. Danach fungierte er neun Jahre als Arbeitsvorbereiter und verantwortlicher Bauleiter im Hoch- und Tiefbau sowohl im Neubau als auch in der Modernisierung.

© 2008, Blottner Verlag GmbH, D-65232 Taunusstein
ISBN: 978-3-89367-413-8

Einleitung

An dem alten Traum von den eigenen vier Wänden hat sich auch im 21. Jahrhundert nicht viel geändert. Der Bau eines Wohngebäudes will gut überlegt und exakt geplant sein, damit aus dem Traum nicht allzu schnell ein Fiasko wird. Zur Errichtung eines modernen, funktionsfähigen Hauses gehören heute unglaublich viele Fachleute, die im günstigsten Fall auch noch gut miteinander kooperieren sollen, damit in der geplanten Zeit alles reibungslos über die Bühne geht und das gemeinsame Bauziel erfolgreich bewältigt wird.

Der Bauherr, der in der Regel kein Bauprofi ist, muss sich deshalb auf die Handwerker, die er beauftragt hat, von Anfang an verlassen können. Mit Hilfe des von ihm beauftragten Architekten gilt es nur die Bauleute (Bauunternehmen) für sein Bauprojekt zu engagieren, die ihr Fach auch nachweislich beherrschen, um diese dann zu leiten und zu koordinieren, so dass ein gelungenes Ganzes am Ende herauskommt. Über 20 Gewerke werden in unterschiedlichen Bauphasen parallel und ineinander greifend das Bauwerk in den gewünschten Zustand versetzen, damit es dem Bauherrn frei von wesentlichen Mängeln übergeben werden kann.

Hält der Bauherr diese Grundprinzipien nicht ein, wird er in der Regel Probleme bei der Realisierung seines Haustraumes bekommen. Ein Blick auf die Schadensursachen (Quelle: IEMB) der letzten zehn Jahre zeigt deutlich, dass konstant fünf Merkmale die Bauobjekte negativ beeinflussen und im Ergebnis zu den teuren Baumängeln führen. Neben den unvorhersehbaren Einflüssen, die immer vorkommen können, sind die vorhersehbaren Einflüsse meist hausgemacht. Unzureichende Voruntersuchungen (z.B. fehlendes Baugrundgutachten), Planungsfehler (falsche Annahmen), Ausführungsfehler (unsachgemäßes Arbeiten) und Kommunikationsmängel führen zu Pfusch an neu errichteten Gebäuden, der jährlich rund 1,4 Mrd. Euro ausmacht.

Einer 1. Dekra-Studie vom März 2007 zufolge (im Januar 2008 ist der 2. Dekra-Bericht zu Baumängeln an Wohngebäuden erschienen), sind im Zeitraum der Begutachtung (2003 bis 2005) ca. 21 Mängel je Projekt auszumachen gewesen. Die klassischen Baugewerke verursachten dabei die meisten Mängel. Knapp 60 Prozent der Mängel wurden bereits vor der Schlussbegehung, also vor der Endabnahme, festgestellt. Der bautechnische Ausbau lag mit rund 45 Prozent der Mängel in der Auswertung sogar an der Spitze. Im Durchschnitt betrugen die Kosten zur unmittelbaren Mangelbeseitigung rund 9 000 Euro (brutto). Rechnet man die Mangelfolgekosten und etwaigen Prozesskosten mit hinzu, so entstehen Kosten von rund 27 000 Euro pro Wohngebäude nur durch Pfuscherei.

Diese Fakten sprechen leider eine allzu deutliche Sprache. Lassen Sie es nicht soweit kommen. Bereiten Sie Ihre Baumaßnahme gemeinsam mit Ihrem Architekten präzise vor und achten Sie auf die vielen Fallstricke, die ein Hausbau mit sich bringen kann. Das vorliegende Werk „Fehlerfrei zum eigenen Haus“ soll Ihnen dabei ein dauerhafter Begleiter auf dem Weg zum mangelfreien Haus sein. Damit Sie den Traum von den eigenen vier Wänden am Ende auch lange auskosten können.

Tipps für Bauherren

Baumaßnahmen richtig vorbereiten

Was nicht richtig geplant wird, geht in der Regel auch schief. Nirgendwo sonst trifft diese Aussage so zu wie bei der Realisierung eines Gebäudes. Deshalb muss jede Baumaßnahme gut vorbereitet sein. Denn in keiner anderen Branche sind so viele unterschiedliche Gewerke erforderlich wie in der Baubranche, um ein fertiges und vor allem dauerhaft nutzbares Produkt zu realisieren. Darüber hinaus ist fast jedes Gebäude ein Unikat und wird obendrein noch durch äußere Einflüsse wie Bodenbeschaffenheit, Witterung und subjektives Nutzerverhalten unablässig beansprucht.