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Sicherheit rund ums Haus

Reihe: Bau-Rat

Frank Littek

Sicherheit
rund ums Haus

Vom optimalen Einbruchsschutz
bis zur richtigen Versicherung
für Ihr Haus

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EBERHARD BLOTTNER VERLAG

Der Autor:
Frank Littek, Jahrgang 1962, ist Wirtschaftswissenschaftler und arbeitet seit vielen Jahren als Journalist und Buchautor. Er hat zahlreiche Sachbücher zu Verbraucherthemen veröffentlicht. Zum Thema Haus und Bauen sind von ihm zwei Ratgeber unter den Titeln "Richtig sparen beim Bauen" und "Bau-Finanzierung leicht gemacht" im selben Verlag erschienen (Informationen darüber am Schluss des Buches). Sein Interesse am Thema Sicherheit wurde insbesondere nach einem Einbruchsversuch am eigenen Haus geweckt.

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Die in diesem Buch enthaltenen Ratschläge und Informationen sind sorgfältig erwogen und geprüft. Eine Garantie hierfür kann jedoch nicht übernommen werden. Eine Haftung des Autors oder des Verlages für Personen-, Sach- und Vermögensschäden ist ausgeschlossen.

Herstellung: DTP-Studio R. Studt, Taunusstein
Umschlaggestaltung: Britta Blottner, Taunusstein
Druck: fgb · Freiburger Graphische Betriebe, Freiburg Br.

© 2006, Eberhard Blottner Verlag GmbH · D-65232 Taunusstein
ISBN-10:3-89367-106-4
ISBN-13:978-3-89367-410-7 / Printed in Germany

Inhaltsverzeichnis

Vorwort

Es war September in einem Dorf im nördlichen Niedersachsen: Die junge Familie, die seit zehn Jahren im Ortskern der kleinen Gemeinde in einem Einfamilienhaus wohnt, befindet sich seit einer Woche in Urlaub. Es ist 22 Uhr, als ein Einbrecher mit einem Schraubenzieher die Terrassentür aufhebelt. Ganze zehn Sekunden braucht der geübte Täter, dann befindet er sich im Haus, das er in der nächsten halben Stunde in aller Ruhe nach Wertsachen durchsucht. Der Schaden hält sich, zum Glück für die Familie, in Grenzen. Es kommt zu keinem Vandalismus, der Täter konzentriert sich ausschließlich auf Bargeld und Schmuck. Nach beidem durchsucht er das Haus aber äußerst gründlich. Der Einbrecher wird niemals gefasst.

Weniger Glück hatten die Besitzer von vier Einfamilienhäusern im selben Ort zwei Jahre zuvor. Eine Diebesbande aus Osteuropa, die bereits seit Monaten das Hamburger Umland unsicher macht, fällt während der Abendstunden in ein Wohngebiet ein und raubt in einer blitzartigen Aktion gleich vier Eigenheime, deren Bewohner sich nicht im Haus befinden, hintereinander aus. In allen Fällen dringen die Einbrecher durch die Haustür in die Wohnungen ein. Nach immer dem gleichen Verfahren „ziehen“ sie mit einer Zange die Schlösser der Haustüren. In den Häusern finden die Täter beträchtliche Mengen von Bargeld und Schmuck. Bei ihrer Suche gehen sie äußerst grob vor und richten beträchtliche Zerstörungen an.

Alarmiert durch aufmerksame Nachbarn kann die Polizei die Verfolgung der Täter aufnehmen. Die Jagd endet auf der Autobahn, als die Täter ihr Fluchtfahrzeug auf der Überholspur stehen lassen und zu Fuß in einem großen Waldgebiet flüchten. Die verfolgenden Polizeibeamten brechen die Verfolgung ab, weil sie zunächst eine Katastrophe auf der Autobahn abwenden müssen. Selbst hartgesottene Polizeibeamte sind vom brutalen und skrupellosen Vorgehen der Bande überrascht. Als die Männer wenig später festgenommen werden, stellt die Polizei etliche Schusswaffen sicher.

Zwei typische Einbrüche in Deutschland. Typisch deshalb, weil die Einbrecher in beiden Fällen auf nur unzureichend gesicherte Häuser trafen. Typisch auch deshalb, weil beide Tätertypen bei Einbrüchen recht häufig anzutreffen sind. Bei dem ersten Einbruch handelte es sich – vermutlich – um einen Gelegenheitstäter, der vielleicht sogar aus dem näheren Umfeld des Dorfes kam. Bei der zweiten Tat „arbeitete“ eine schnell und aggressiv vorgehende Tätergruppe, die auch vor Gewalt nicht zurückschreckte. In beiden Fällen hätten die Einbrüche sehr wahrscheinlich durch eine bessere Sicherung des Hauses vermieden werden können.

„Wer reinkommen will, der kommt auch rein.“ Dieser Satz wird häufig in Zusammenhang mit dem Einbruchsschutz ausgesprochen. Er ist richtig – und dabei gleichzeitig auch falsch. Natürlich lässt sich theoretisch jedes Einbruchhindernis mit entsprechendem Werkzeug bei ausreichender Zeit durch handwerklich versierte Täter überwinden. Jedoch passiert genau das in der Praxis eher selten wegen der damit verbundenen erhöhten Gefahr einer Entdeckung. Sie wollen nur schnell in ein Haus gelangen, unbemerkt an eine möglichst große Beute kommen und unkompliziert wieder verschwinden.

Die Auswahl an Häusern, in die ein Einbrecher schnell und einfach einstiegen kann, ist groß. Stößt der Täter auf überraschend starke Hindernisse, auf gut gesicherte Türen und Fenster, lässt er in den meisten Fällen von seinem Vorhaben ab – und wendet sich einem leichteren Objekt zu. In Köln hat die Polizei diesen Sachverhalt in einer großangelegten Untersuchung eindrucksvoll bewiesen: Immer wieder stießen die Beamten bei ihren Ermittlungen in gut gesicherten Häusern auf die Spuren von Einbruchsversuchen, bei denen die Täter schon nach kurzer Zeit „das Handtuch geworfen“ hatten.

Die Sicherung Ihres Hauses macht Sinn. Sie ist in vielen Fällen mit einem verhältnismäßig geringen Aufwand zu erreichen. Auch dieses Buch soll dafür Anregungen und Hilfe bieten.

Der Fall eines Einbruchs ist nicht die einzige Gefahr, die Ihrem Haus und dem behaglichen Wohnen drohen könnte. So wird zum Beispiel sehr häufig das Brandrisiko im Haushalt unterschätzt. Jahr für Jahr sterben allein in Deutschland etwa 600 Menschen in der Folge von Bränden. Die meisten erleiden eine Rauchvergiftung. Das entsprechende Risiko ist nicht zu unterschätzen, kann aber durch die richtige Installation von Rauchmeldern mit wenig Aufwand ganz erheblich reduziert werden.

Eine andere Gefahrenquelle für Häuser und Wohnungen sind Blitzschlag und Wasser. Durch technische Maßnahmen können Sie das Risiko von Feuer-, Blitz- oder Wasserschäden deutlich reduzieren. Welche Technik für Sie sinnvoll ist und worauf Sie beim Kauf achten müssen, wird in den folgenden Kapiteln beschrieben.

Wenn es doch einmal zu einem Schaden kommt, federt die richtige Versicherung zumindest das finanzielle Risiko für Sie ab. Es gibt ein breites Angebot von Versicherungen für Hausund Wohnungsbesitzer und Bauherren. Nicht alle Versicherungen sind sinnvoll, einige aber ein Muss. Auch hier kommt es auf die richtige Auswahl an. Welche Versicherungen Sie unbedingt abschließen sollten und auf welche Sie getrost verzichten können, erfahren Sie ebenfalls auf den folgenden Seiten – denn erst im Zusammenwirken von Sicherheitstechnik und Versicherung erreichen Sie das Optimum an Sicherheit für Ihr Haus und Ihr behagliches Wohnen.

Sicherheit für Haus und Wohnung

Schwachpunkte des Hauses

124.155 Einbrüche musste die Kriminalstatistik des Bundeskriminalamtes im Jahr 2004 notieren. Rein statistisch gesehen ereignet sich damit etwa alle vier Minuten ein solches Verbrechen in Deutschland. Die Tendenz ist dabei leicht steigend. 2003 registrierten die Polizeidienststellen noch 123.280 Fälle von Wohnungseinbruchsdiebstahl. Die Zunahme beträgt damit 0,7 Prozent. Etwa jeder fünfte Einbruch wird von der Polizei aufgeklärt. Die Aufklärungsquote lag 2004 bei 19,5 Prozent. Sie ist damit ebenfalls gestiegen. 2003 waren es noch 18 Prozent.

Auch wenn jede Straftat natürlich ein individueller Einzelfall ist, lassen sich bei einem Großteil der Einbrüche doch vergleichbare Muster bzw. bestimmte Vorlieben der Täter erkennen. Es gibt bestimmte Tageszeiten, an denen Einbrecher besonders gerne „arbeiten“, es gibt bestimmte Schwachstellen der Häuser und Wohnungen, die sie immer wieder zum Einstieg nutzen und es gibt bestimmte Arbeitsweisen, die sich bei Einbrüchen häufig wiederholen.

Wenn Sie Ihr Haus oder Ihre Wohnung gegen einen Einbruch wappnen wollen, ist es gut, diese Muster in der Vorgehensweise der Täter genauso zu kennen wie die typischen Schwachstellen von Häusern und Wohnungen. Auf dieser Basis ist dann die Installation wirksamer Schutztechnik möglich.

Wichtige Informationen bietet die polizeiliche Kriminalstatistik: In Deutschland registrierte die Polizei im Jahr 2004 beim Tatbestand des Wohnungseinbruchdiebstahls 124.155 Einbrüche. Auf der Erfolgsseite stand die Ermittlung von insgesamt 19.650 Tatverdächtigen. Bei 19,2 Prozent der Täter dieser Gruppe handelte es sich um nichtdeutsche Personen. Beachtliche 10,5 Prozent der Täter waren nach Angaben der Polizei Konsumenten harter Drogen.

Die Polizei erfasste 2004 aber nicht nur die vollendeten, sondern auch die versuchten Einbrüche. Bei den für diesen Zeitraum insgesamt erfassten 124.155 Einbruchsdiebstählen registrierte die Polizei 36,1 Prozent Einbruchsversuche. Bezüglich der Standorte der Häuser und Wohnungen, in denen eingebrochen wurde, lässt sich jedoch ein klarer Schwerpunkt nicht erkennen.

Eingebrochen wird in Deutschland überall: auf dem flachen Land genauso wie in der Großstadt. Die größte Häufigkeit lag 2004 mit 28 Prozent in Großstädten mit mehr als 500.000 Einwohnern. In Städten mit 100.000 bis 500.000 Einwohnern wurden 20,8 Prozent der Fälle registriert, in Orten mit 20.000 bis 100.000 Einwohnern waren es 27,5 Prozent und in Dörfern und Städten bis 20.000 Einwohnern immerhin noch 23,7 der Fälle.

Spitzenreiter hinsichtlich des Wohnungseinbruchsdiebstahls in Deutschland ist Köln mit 549 Fällen pro 100.000 Einwohner. Die beste Bilanz unter den Städten mit mindestens 100.000 Einwohnern hatte 2004 Ulm mit 50 Fällen pro 100.000 Einwohner vorzuweisen. Weitere Städte mit der Anzahl der Fälle pro 100.000 Einwohner: Berlin 180, Dresden 63, Frankfurt (M.) 457, Hamburg 425, Leipzig 220, München 95 und Stuttgart 122.

Der Kriminalstatistik zufolge handelt es sich bei einem Großteil der Tatverdächtigen im Fall von Einbruchsdiebstahl um Männer. Deren Anteil liegt bei 85 Prozent.

Interessant ist auch ein Blick auf die Schadenshöhe. Hier berücksichtigt die Kriminalstatistik nur die vollendeten Einbrüche. Maßgeblich für die Schadenshöhe ist dabei der Wert der geraubten Gegenstände. Sachschäden zum Beispiel durch das Aufbrechen von Türen oder Fenstern bleiben unberücksichtigt. Diese können natürlich höher sein als der Wert des eigentlichen Diebesgutes. Mit 40,5 Prozent lag 2004 der eindeutige Schwerpunkt der Schadenshöhe im Bereich zwischen 500 und 5.000 Euro. In dieser Größenordnung ist also der Schaden bei den meisten Einbrüchen angesiedelt.

Zu größeren Schäden – es handelt sich hier „nur“ um den Wert der gestohlenen Gegenstände – kam es in 16,5 Prozent der Fälle. In 28 Prozent der Fälle lag der Schaden zwischen 50 und 500 Euro, der Rest der Fälle war darunter angesiedelt.

Die Statistik weist eindeutig Köln als vom Einbruchdiebstahl besonders geplagte Metropole in Deutschland aus. Mit wichtigen statistischen Erkenntnissen, weil die Kölner Polizei das Einbruchsgeschehen in der Stadt hinsichtlich der Arbeitsweisen der Täter sehr genau erfasst.

Herausgekommen ist dabei unter anderem eine einmalige statistische Auswertung der Vorgehensweise von Einbrechern, aus der wertvolle Rückschlüsse für die Prävention von Wohnungseinbrüchen gezogen werden können. Erkenntnisse, die gleichermaßen auch für andere Städte und Gemeinden umsetzbar sind!

Wer weiß wie Täter in den meisten Fällen arbeiten, kann natürlich auch seine Vorbeugemaßnahmen auf das zu erwartende Vorgehen von Einbrechern auslegen. Erstmals vorgelegt wurde diese so genannte Kölner Studie 1989. Die aktuellste Variante stammt aus dem Jahr 2001, in dem in Köln 6.248 Fälle von Einbruchsdiebstahl registriert wurden.

Für die Erstellung der Studie wurden nicht nur die Angaben in den Strafanzeigen ausgewertet, sondern zusätzlich die Daten aus einem speziellen Auswertungsbogen, der von den sach- und fachkundigen Spurensicherern direkt nach der Arbeit am Tatort ausgefüllt wurde. Insgesamt flossen so die Erkenntnisse aus rund 41 Prozent der Wohnungseinbrüche in diese Studie ein. Berücksichtigt wurden dabei Einbrüche in Wohnungen in Mehrfamilienhäusern genauso wie Einbrüche in Einfamilienhäusern.

2001 ereigneten sich rund 75 Prozent der ausgewerteten Einbrüche in Mehrfamilienhäusern und rund 25 Prozent in Einfamilienhäusern. Die verbreitete Annahme, dass vor allem in Einfamilienhäuser eingebrochen wird, während die Bewohner von Wohnungen davon weitgehend verschont bleiben, ist also falsch. Eingebrochen wird überall und am häufigsten in Wohnungen!

Setzt man aber die Zahl der Einbrüche in Relation zum Bestand an Wohneinheiten in Köln – hier ist der Anteil der Einfamilienhäuser am Wohnungsbestand natürlich geringer als in ländlicher Region – lässt sich feststellen, dass das Risiko eines Einbruchdiebstahls in einem Einfamilienhaus mehr als dreimal so hoch ist wie in einer Wohnung in einem Mehrfamilienhaus!

Gängige Meinung ist, dass ein Einbruch während der Urlaubszeit am wahrscheinlichsten ist. Diese Annahme stimmt nicht. Die Polizei in Köln fand heraus, dass nur 8,27 Prozent der Geschädigten in Einfamilienhäusern während des Einbruchs in Urlaub waren. Bei den Bewohnern von Mehrfamilienhäusern waren es 11,76 Prozent. Die meisten Einbrüche ereigneten sich dabei – wie zu erwarten – in der „dunklen“ Jahreszeit. Spitzenreiter unter den Monaten war der Dezember mit 815 Einbrüchen vor dem November mit 634 und dem Januar mit 612. Währenddessen geschahen die wenigsten Einbrüche im Juli. In diesem Monat gab es nur 359 Fälle. Auch Juni (432) und August (402) – beide als typisch geltende Urlaubsmonate – waren relativ wenig belastet.

Interessant ist auch, an welchen Tagen und zu welchen Tageszeiten die ausgewerteten Einrüche verübt wurden. Bei der Tageszuordnung stellte die Polizei in Köln bei Einbrüchen in Einfamilienhäusern mit 23,62 Prozent der Fälle eine auffällige Häufung an Samstagen fest. Es folgt der Freitag mit 17,52 Prozent der Einbrüche.

Hinsichtlich der Tageszeit erfolgten die meisten Einbrüche (25,4 Prozent) in Einfamilienhäusern zwischen 18 und 20 Uhr. Zwischen 16 und 18 Uhr sowie zwischen 20 und 22 Uhr ereigneten sich jeweils 18,44 Prozent der Einbrüche. In der eigentlichen Nacht – in der Zeit also, in der vermutlich am häufigsten mit einem Einbruch gerechnet wird – kam es dagegen relativ selten zu Einbrüchen in Einfamilienhäuser: Zwischen 0 und 2 Uhr waren es 1,64 Prozent der Fälle, zwischen 2 und 4 Uhr 5,74 Prozent und zwischen 4 und 6 Uhr 2,05 Prozent der ausgewerteten Einbrüche.

Während des Tages waren Einbrecher zwischen 10 und 12 Uhr und zwischen 14 und 16 Uhr relativ aktiv. Innerhalb dieser Zeiträume ereigneten sich jeweils 8,6 Prozent der ausgewerteten Fälle.

Bei den Einbrüchen in Mehrfamilienhäusern ergab sich ein etwas anderes, wenn auch nicht grundsätzlich verschiedenes Bild: Bei der Tagesverteilung führt ebenfalls der Samstag (18,69 Prozent). An zweiter Stelle folgt der Montag mit 14,11 Prozent.

Die Haupteinbruchszeit war ebenfalls die Zeit zwischen 18 und 20 Uhr mit 22,76 Prozent der berücksichtigten Einbrüche. Zwischen 20 und 22 Uhr fällt dann die Einbruchquote auf 10,37 Prozent ab. Zwischen 16 und 18 Uhr ereigneten sich 18,87 Prozent der Einbrüche und – anders als bei den Einfamilienhäusern – zwischen 14 und 16 Uhr 14,99 Prozent der Einbrüche. Ein weiterer Tatzeitschwerpunkt ist – im Unterschied zu den Einfamilienhäusern – die Zeit zwischen 10 und 12 Uhr, in der sich immerhin 14,26 der ausgewerteten Einbrüche in Mehrfamilienhäusern ereignet haben.

Ausgewertet und erfasst wurde im Rahmen der Kölner Studie auch, welche Schwachstellen die Einbrecher in

Ein- und Mehrfamilienhäusern mit welcher Häufigkeit angegriffen haben.

Bei den Einfamilienhäusern ergibt sich folgendes Bild:

Mit 52,05 Prozent erwiesen sich die Fenstertüren als die größten Schwachstellen des Hauses. In 26,49 Fällen griffen die Täter auf Fenster zu und in 13,88 Prozent der Fälle auf die Hauseingangstür.

Deutlich seltener griffen die Täter Kellertüren (3,78 Prozent), Kellerfenster (3,15 Prozent), Dachfenster (0,31 Prozent) und sonstige Schwachstellen (0,31 Prozent) an.

Eine wichtige Rolle bei der Einbruchsgefährdung spielt dabei die Lage, an der sich die Türen oder Fenster befinden. Bei 89,69 der Zugriffe auf Fenstertüren befanden sich diese auf der hinteren Seite des Hauses, in 5,75 Prozent der Fälle auf der Seite und bei 4,54 Prozent auf der vorderen Seite des Hauses.

Bei den Mehrfamilienhäusern ergibt sich ein anderes Bild:

Hier griffen Einbrecher zu 54,60 Prozent die Wohnungseingangstür an, die damit an der ersten Stelle der Schwachstellen liegt. Erst an zweiter Stelle waren die Fenstertüren das Ziel der Einbrecher (25,66 Prozent) und an dritter Stelle die Fenster (19,73 Prozent).

Wie schon bei den Einfamilienhäusern erfolgte bei den Fenstern und Fenstertüren ein Großteil der Zugriffe dann, wenn diese auf der hinteren Seite des Hauses lagen. Bei den Angriffen auf die Fenstertüren wurden in 79,72 Fällen die Fenstertüren auf der Hinterseite angegriffen und zu jeweils 10,14 Prozent die Fenstertüren an der Seite oder vorne. Bei den Fenstern erfolgte der Zugriff der Täter zu 59,89 Prozent an der Rückfront des Hauses, zu 20,31 Prozent auf Fenster an der Seite und zu 19,79 Prozent auf Fenster, die seitlich am Haus lagen.

In der Kölner Studie weist die Polizei ausdrücklich darauf hin, dass Einbrecher in jedem Fall täterbegünstigende Lagen bevorzugen. Sie „arbeiten“ also gerne so, dass Sie zum Beispiel durch Gebüsch sichtgeschützt sind.

Ein verhältnismäßig geringer Anteil der Einbrüche in Einfamilienhäusern erfolgte mit 6,15 Prozent über Fenster oder Fenstertüren im Obergeschoss des Hauses. Im Obergeschoss scheinen sich vor allem dann Hausöffnungen anzubieten, wenn diese leicht zu erreichen sind und die Bewohner durch sorgloses Verhalten – zum Beispiel gekippt gelassene Fenster – zum Einbruch geradezu einladen.

Bei einem verhältnismäßig geringen Anteil der Einbrüche in Einfamilienhäusern kam es zu der Straftat, während die Hausbewohner anwesend waren (6,15 Prozent). In 4,1 Prozent der Fälle wurden die Täter während des Einbruchs von den Hausbewohnern bei deren Heimkommen überrascht.

In Mehrfamilienhäusern wählten die Täter bei 7,5 Prozent der Einbrüche den Weg über ein Fenster oder über eine Fenstertür im Obergeschoss. Nur in 3,43 Prozent erfolgten die Einbrüche bei Anwesenheit der Opfer. In 3,4 Prozent der Fälle wurden die Einbrecher bei ihrer Straftat von zurückkehrenden Wohnungsnutzern überrascht.

Die Polizei in Köln weist ausdrücklich darauf hin, dass Wohnungseinbrecher in der Regel keine Gewalttäter sind. Einbrecher scheuen die Konfrontation mit Hausbewohnern und ziehen eine Flucht fast immer einem Konflikt vor. Zu Ausnahmen kommt es dann, wenn die Täter von Hausbewohnern angegriffen werden.

Für den, der sein Haus gegen das Risiko eines Einbruchs sichern will, ist von ganz besonderem Interesse, nach welcher Methode die Täter in der Regel vorgehen. Auch das hat die Kölner Polizei in ihrer Studie ermittelt – hinsichtlich des Einbruchs über Türen, Fenster und Fenstertüren.

Zunächst zu den Türen

Ausgewertet hat die Polizei dafür 1.159 Angriffe auf Türen in Ein- und Mehrfamilienhäusern, wobei nicht zwischen Haus-, Wohnungs- oder Nebeneingangstüren unterschieden wurde.

Die mit großem Abstand häufigste Methode, um sich Zutritt zum Haus durch eine Tür zu verschaffen, bestand demnach im Aufhebeln der Tür mit Werkzeug auf der Schlossseite. Dabei setzt der Einbrecher zum Beispiel einen kräftigen Schraubenzieher in Schlosshöhe an und hebelt damit die Tür auf. In 76,03 Prozent der Angriffe auf Türen wählten die Täter diesen Weg. Mit sehr großem Abstand folgt auf dem zweiten Rang mit 9,05 Prozent das Öffnen der Tür ohne erkennbare Spuren von Gewalt. Zu einer solchen Arbeitsweise kann es kommen, wenn der Täter zum Beispiel einen Haustürschlüssel in einem Versteck außerhalb des Hauses findet.

Die dritthäufigste Methode ist das Abbrechen des Schließzylinders, ein Weg, der in 7,84 Prozent der Fälle beschritten wurde. Mittels purer körperlicher Gewalt gelangten sogar 4,39 Prozent der Täter durch die Tür in eine Wohnung oder in ein Haus. In 1,12 Prozent der Fälle wurden die Türen an der Bandseite aufgehebelt. Dabei gehen die Täter im Prinzip ähnlich vor wie beim Aufhebeln auf der Schlossseite, nur dass sie hier den Schraubenzieher – oder ein anderes zum Hebeln geeignetes Werkzeug – auf der anderen Seite der Tür, dort wo die Tür mit den Türbändern an der Zarge befestigt ist, ansetzen. In 0,51 Prozent kam es zum „Ziehen“ des Schließzylinders mit Spezialwerkzeug, in 0,60 Prozent der Fälle zum kompletten Durchbruch durch eine Glasfüllung, in 0,17 Prozent zum Durchbruch durch die Holzfüllung der Tür und bei 0,26 Prozent der Einbrüche zum Aufbohren des Schließzylinders.

Fenster und Fenstertüren

Bei Fenstern und Fenstertüren stand ebenfalls das Aufhebeln auf der Öffnungsseite an erster Stelle der Täter-Arbeitsweisen. Bei normalen Standard-Fenstern oder -Fenstertüren braucht selbst ein nur durchschnittlich begabter und geübter Einbrecher rund 10 Sekunden, bis er das Fenster oder die Fenstertür geöffnet hat. In 69,05 Prozent der Fälle wählten die Täter beim Einbruch über ein Fenster oder eine Fenstertür diesen Weg ins Haus. Bei 12,68 Prozent der Einbrüche fanden sie ein nur gekipptes Fenster vor. Ein gekipptes Fenster lässt sich von einem Einbrecher mühelos in Sekunden öffnen. Bei 2,51 Prozent profitierten die Täter sogar von geöffneten Fenstern.

Eine weitere gängige Methode beim Angriff von Fenstern ist es, dass die Täter das Glas in Griffnähe einschlagen, durch das Fenster hindurchgreifen und es über den Griff öffnen. Diese Arbeitsweise bevorzugten 9,31 Prozent der Einbrecher beim Einbruch durch Fenster und Fenstertüren. Sehr viel seltener wurde die komplette Scheibe eingeschlagen, so dass der Täter durch das Fenster oder eine Fenstertür eine Zutrittsmöglichkeit ins Haus hatte. Das kam in 1,57 Prozent der Fälle vor. Durch schlichte körperliche Gewalt wurden Fenster und Fenstertüren bei immerhin 1,72 Prozent der Einbrüche aufgedrückt. Auch ein Beleg dafür, wie schwach herkömmliche Verschlüsse an Fenstern und Fenstertüren sind. Genau wie an Haustüren, wo diese Einstiegsart in ein Haus oder eine Wohnung ebenfalls vorkommt.

Auch Fenster und Fenstertüren lassen sich an der Bandseite aufhebeln. Dieses kam in der Kölner Praxis, die der Untersuchung zugrunde lag, in 1,79 Prozent der Fälle vor. Das Schneiden von Glas mit dem darauf folgenden Durchgriff der Hand und dem Entriegeln des Griffs wurde bei 0,07 Prozent der Einbrüche und damit sehr selten praktiziert. Etwas häufiger kam es da schon zum Durchbohren des Rahmens und dem anschließenden Einwirken auf den Griff zum Öffnen. In 1,29 Prozent der Fälle griffen die Täter zu dieser Technik.

Der Einbau von Sicherungstechnik lohnt sich!

Das konnte die Kölner Polizei in ihrer Studie eindeutig belegen. Untersucht wurden auch Einbruchsdiebstähle, die im Versuchsstadium scheiterten.