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Hektor Haarkötter

Suchen und Finden: Wir googeln nicht zu viel, sondern zu schlecht

Europa Verlag AG Zürich

Inhaltsübersicht

Über dieses Buch

Dieser Artikel ist dem ersten Band »Recherche im Netz« der Reihe »Journalismusatelier« entnommen, die wichtige Themen aus dem journalistischen Alltag fundiert und praxisnah erörtert. Zu Wort kommen dabei sowohl bekannte Journalisten als auch Medienexperten, Juristen und Journalismusforscher. Die Reihe richtet sich an alle Medienschaffenden - Journalisten, Studierende, Mitarbeiter der Prese und Öffentlichkeitsarbeit - sowie an alle, denen die Rolle und Entwicklung der Medien in unserer Gesellschaft nicht gleichgültig sind.

 

Die Reihe »Journalismusatelier« wird herausgegeben von Marlis Prinzing und Vinzenz Wyss.

Gefördert von der Gottlieb und Hans Vogt Stiftung.

Impressum

© 2014 Europa Verlag AG Zürich

Umschlaggestaltung und Satz: Christine Paxmann text • konzept • grafik

E-Book-Konvertierung: pagina GmbH

 

E-Book-ISBN 978-3-906272-13-9

ISBN 978-3-906272-13-9

HEKTOR HAARKÖTTER

SUCHEN UND FINDEN: WIR GOOGELN NICHT ZU VIEL, SONDERN ZU SCHLECHT

KURZZUSAMMENFASSUNG

Die Internetsuchmaschine Google ist heute für Journalisten am Computer das Arbeitswerkzeug Nummer eins. Wegen des monopolartigen Charakters wird auch von der »Googleisierung des Journalismus« gesprochen. Dennoch kennen viele Journalisten die grundlegenden Funktionen der Suchmaschine zur Verfeinerung und Effektivierung der Internetrecherche nicht. Auch ist das Wissen unter Journalisten nicht sehr weit verbreitet, dass Google nur einen kleinen Ausschnitt des Wissensspektrums im weltweiten Datennetz abdeckt. Die Kenntnis alternativer und spezieller Suchmaschinen ist darum für Journalisten dringend notwendig.

LERNZIELE

1. DIE »GOOGLEISIERUNG DES JOURNALISMUS«

1.1 Die Bedeutung von Google

»Don’t be evil« – »Tue nichts Böses«, das ist das Firmenmotto des kalifornischen Suchmaschinenanbieters Google. Dies kann überprüfen, wer statt der gewöhnlichen Suchseite der Internetfirma aus Mountain View/California die Internetadresse www.google.org eingibt. Hier zeigt Google seine soziale Ader, führt Hilfs- und Umweltprojekte vor, die die Firma unterstützt, zeigt, wie Nichtregierungsorganisationen Unterstützung von dem Suchmaschinenbetreiber erhalten können, und demonstriert das eigene Engagement für Kultur- und Bildungseinrichtungen. Ja, Google tut Gutes. Dennoch hat das Image von Google so stark gelitten, dass es schon Buchtitel gibt, die geradewegs fragen: »Ist Google böse?« (Kilgenstein 2011), und in denen der Suchmaschinenbetreiber sich als »Datenkrake« oder »weltgrößte Detektivagentur« schmähen lassen muss (ebenda, 11). Selbst Apologeten kommen nicht umhin festzustellen: »Googles Sammelwut, was Daten betrifft, ist legendär« (Kiefer 2010, 478).

 

Die Onlineforschung hat herausgefunden, dass 76 Prozent aller Internetnutzer wenigstens einmal in der Woche eine Suchmaschine nutzen: Google & Co. sind nach E-Mail-Diensten die zweitwichtigste Anwendung im Internet (Eimeren & Fress 2007, 370). Die Wichtigkeit der Suchmaschinen hat auch mit den allgemeinen Zielen der Internetnutzung zu tun: In der ARD/ZDF-Onlinestudie 2007 überwog bei 72 Prozent der Befragten der Aspekt der Informationsgewinnung als wichtigster Nutzungsgrund (ebenda, 368).