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Inhaltsverzeichnis
 
 
 
 
 
 
 
 

»Das Herz hat seine Gründe, die der Verstand nicht kennt.«
»Ein Tropfen Liebe ist mehr als ein Ozean Verstand.«
Blaise Pascal

Vorwort
Intuition ist wohl so alt wie die Menschheit. Mystiker, Philosophen, Geistliche, Mediziner, Heiler und viele andere griffen das Thema über Tausende von Jahren immer wieder auf. Intuition gehört zum Menschsein unabdingbar dazu. Und doch sind die Glaubens- und Denkansätze äußerst vielschichtig, die Herangehensweisen sehr unterschiedlich: hier die Philosophen, die den mystischen Aspekt des Menschseins in den Vordergrund rücken. Da die Wissenschaftler, die sich immer mehr für das bisher eher als unwissenschaftlich geltende Thema öffnen und versuchen, Intuition mit den Methoden moderner Forschung fassbar zu machen. Dort die Ärzte und Heiler, denen vor allem die Gesundheit des Menschen am Herzen liegt und die Intuition als wertvolle Hilfe beim Heilen erkennen. Oder die Künstler, die es sich wesentlich stärker erlauben dürfen und müssen, ganz individuelle Wege zu gehen, um ihrem Inneren freien Ausdruck zu verleihen. Die Bandbreite der Erscheinungsformen von Intuition ist so vielschichtig und vielfältig wie die Menschheit und schon ein einzelner Mensch ist ein Universum für sich. Das menschliche Sein wie auch der gesamte Kosmos sind gigantisch und grenzenlos.
Daher möchte ich Sie dazu ermutigen, sich für diese Unermesslichkeit zu öffnen – zu staunen, auch bisher Ungewöhnliches und Undenkbares zuzulassen, bekannte Denk- und Betrachtungswege zu verlassen und die Welt einmal wieder völlig neu wie mit Kinderaugen zu entdecken. Legen Sie Ihre bisherigen Vorstellungen und Konzepte über die Intuition beiseite und laden Sie Ihren Bauch ein auf eine Lesereise durch die erstaunliche Welt der Intuition!

Einführung
Das Thema Intuition weckt derzeit wieder großes Interesse. Vor allem in den Bereichen Psychologie und Hirnforschung, natürlich in der Spiritualität, aber auch in der Technik erkennen Experten mehr und mehr, dass unsere Intuition vieles im Leben leichter machen kann – wie jegliche Art von Entscheidungen, den Ablauf von Projekten oder die Handhabung technischer Geräte. So gehen Hersteller beispielsweise dazu über, intuitiv bedienbare Geräte zu entwickeln, die auch ohne Studium hoch komplizierter Bedienungsanleitungen verwendbar sind.
Jeder nutzt seine Intuition täglich – manche mehr oder weniger bewusst, andere sind sich ihrer gar nicht bewusst, aber jeder Mensch tut es. Ohne unsere Intuition könnten wir keinen Tag mit all den unterschiedlichen Entscheidungen überstehen, die von uns gefordert sind. Das reicht von der kleinsten Wahl, ob wir erst ins Bad gehen oder erst das Teewasser aufsetzen, das Frühstücksei köpfen oder doch das Müsli essen, den gewohnten Weg zur Arbeit fahren oder einen anderen ausprobieren – bis hin zu den ganz großen Lebensentscheidungen wie einer Berufswahl, dem Ja zu einem Lebenspartner oder einer Geschäftsgründung. Die intuitive Fähigkeit hat wohl mehr Macht über unser Leben als wir denken. Intuition lenkt den Alltag von uns allen – und daher auch alle Lebensbereiche bis hin zum globalen Wirtschaftsund Weltgeschehen. Je nachdem, ob und wie wir darauf achten und danach handeln, zeigen sich dann auch die Ergebnisse.
Dennoch wird Intuition häufig immer noch als unlogisches, diffuses Gefühl und eher gedankenloses Handeln abgetan, als weibliche Schwäche belächelt oder als esoterische Einbildung abqualifiziert. Doch Intuition ist vermutlich viel essenzieller für den Menschen als bisher angenommen. Viele der Vorurteile scheinen auch zu stimmen – der Fehler liegt aber darin, sie als negativ abzuwerten. Ja, Intuition liefert unlogische Ergebnisse – weil sie einer anderen Logik folgt, die uns bisher nicht bewusst ist. Ja, Intuition ist irgendwie abgehoben – da sie sich dann zeigt, wenn wir in Kontakt mit etwas Höherem wie unserem Höheren Selbst sind. Ja, Intuition ist eine weibliche Qualität und bei Frauen häufig ausgeprägter – doch deshalb nicht weniger wertvoll, sondern genauso wichtig wie männliche Qualitäten. Und ja, Intuition kommt oft zunächst als diffuse Ahnung – die sich aber äußerst häufig im Nachhinein als richtig herausstellt.
Mehr und mehr finden Wissenschaftler jedoch auch Hintergründe heraus, was Intuition wirklich ist und wozu sie uns allen dient. Seit ein paar Jahren gibt es einen regelrechten Boom, vor allem in den Fachgebieten, die sich mit dem menschlichen Bewusstsein auseinandersetzen. Wissenschaftler entdecken neue Dimensionen unseres Bewusstseins und finden neue Erkenntnisse über die wesentlichen Zusammenhänge – auch hinsichtlich der Intuition. Das diffuse Gewölk mystisch anmutender Unwissenheit, faszinierend und abstoßend zugleich, das das Bauchgefühl bisher meist noch umgab, löst sich langsam auf und gibt den Blick frei auf das wahre Gesicht der Intuition. Unwahrheiten fallen ab, und sie nimmt eine immer klarer werdende Gestalt an. Doch sind die Herangehensweisen und Blickrichtungen der Experten, die Theorien und Forschungsergebnisse, Prognosen und Meinungen derzeit noch äußerst vielfältig.
Doch zurück zum Alltag: Wozu ist Intuition nun überhaupt gut? Kann sie für jeden Menschen hilfreich sein – nicht nur für große Forscher und Künstler, Manager und Meinungsträger? Kurz: Lohnt es sich, sich mit seiner Intuition auseinanderzusetzen, darauf zu achten und sie vielleicht sogar zu trainieren? Die eindeutige Antwort aller an diesem Buch beteiligten Experten und aller weiterhin Befragten: Ja! Intuition ist für uns alle und in allen Lebensbereichen wichtig.
Darüber hinaus befinden wir uns in einer Phase des allumfassenden Wandels. Es vollzieht sich ein großer Umbruch auf vielen Ebenen: wirtschaftlich, kulturell, familiär, persönlich – in Deutschland wie auch auf Weltebene. Alte Wertsysteme, Denkmuster und Handlungsgewohnheiten greifen immer weniger. Bisher relativ gut funktionierende Wirtschafts-, Banken-, Medien-, Schul- oder Gesundheitssysteme brechen mehr und mehr zusammen. Unsere Gesellschaft wird immer multikultureller und individueller. Probleme mit wachsender Armut, Kriminalität, Arbeitslosigkeit und allen damit verbundenen Bereichen fordern viele Menschen ganz besonders heraus. Wir gehen in eine neue Welt und brauchen auf diesem Weg auch eine neue Orientierung. Hier kann die Intuition eine in Zukunft immer wichtiger werdende Fähigkeit sein. Wenn wir alles Bisherige loslassen müssen, im Außen immer weniger Orientierung und keinen Halt mehr an Gewohntem finden, können wir nur nach innen gehen und in uns selbst nach neuen Lösungen suchen. Das ist Aufgabe und Chance zugleich. Wir sind diejenigen, die die Änderungen in sich tragen, die wir uns wünschen. Wir haben es in der Hand, in welche Richtung sich alles weiterentwickeln wird. Wir erschaffen unsere neue Welt. Daher ist Intuition für uns als Individuen wie auch für unsere Gesellschaften und unseren ganzen Planeten möglicherweise überlebenswichtig.

Wahrnehmung – ganzheitlich betrachtet

Mit allen Sinnen

Es gibt verschiedene Arten der Wahrnehmung. Im Wesentlichen nehmen wir mit unseren fünf klassischen Sinnen wahr: Sehen, Hören, Schmecken, Riechen, Fühlen. Sie sind mit den entsprechenden Sinnesorganen verbunden: Augen, Ohren, Mund, Nase, Haut. Darüber hinaus sind inzwischen einige weitere Sinne bekannt, mit denen wir unsere Umwelt wahrnehmen, zum Beispiel der Temperatursinn, der Gleichgewichtssinn, das Schmerzempfinden oder der Bewegungssinn.

Außersinnliche Wahrnehmungen

Als außersinnliche Wahrnehmung bezeichnet man alle Arten der Wahrnehmung, die mit unseren derzeitigen wissenschaftlichen Untersuchungsmethoden nicht erklärbar und nicht nachweisbar sind. Dazu gehören zum Beispiel die Telepathie, das Hellsehen, Hellhören oder Hellwissen, Vorausahnungen und Vorhersagen. Diese Phänomene wurden beim Menschen, teilweise aber auch bei Tieren beobachtet.

Sinnestäuschungen

Nicht immer entspricht das, was wir mit unseren Sinnesorganen scheinbar wahrnehmen, auch der Wirklichkeit. Unsere Sinne lassen sich auch täuschen, können auf Illusionen hereinfallen. Manche Täuschungen sind von der Natur so gewollt, zum Beispiel wenn sich Insekten tarnen, andere vollziehen sich in unserem Inneren. Wenn wir beispielsweise in früheren Jahren Traumata erlebt haben, kommt es häufig vor, dass wir in heutige Situationen, die uns an diese früheren Geschehnisse erinnern, viel mehr hineinprojizieren, als tatsächlich da ist. Auch Ängste, eigene und übernommene, können uns in die Irre führen – wenn wir uns Horrorszenarien immer wieder vorstellen, die mit der Realität nichts gemeinsam haben. Eine weitere Form sind gezielte Manipulationen, zum Beispiel durch Werbung oder Propaganda. Sinnestäuschungen und Halluzinationen können auch entstehen, wenn wir übermüdet, Augen oder Ohren überreizt sind, das Gehirn überlastet ist oder Reize falsch interpretiert. Viele kennen das Phänomen, wenn wir im Zug sitzen und den Zug auf dem Nachbargleis beim Abfahren beobachten, haben wir selbst das Gefühl, loszufahren – obwohl unser Zug noch immer ganz ruhig steht. Auch bei einer Schifffahrt kann es vorkommen, dass unsere Sinne verwirrt werden. Einerseits bekommt das Gehirn die Botschaft, dass wir stehen, da die Räumlichkeiten unter Deck fest wie in einem Haus sind – andererseits vermittelt ein Blick aufs Meer, dass wir uns bewegen. Folge dieser Verwirrung der Sinne: Reiseübelkeit.

Synästhesie – wie Worte schmecken

Ergebnis einer besonderen Vernetzung im Gehirn ist das Phänomen Synästhesie. Es kommt relativ selten vor, ist häufiger bei Frauen zu beobachten und möglicherweise vererblich. Der Begriff setzt sich zusammen aus den altgriechischen Worten syn (zusammen) und aisthesis (Wahrnehmung). Wenn bei Synästhetikern ein Sinnesorgan angesprochen ist, wird ein weiteres gleichzeitig miterregt. So kommt es, dass diese Menschen beispielsweise Worte auch schmecken, Buchstaben fühlen oder Töne zusätzlich in Farben sehen. Darüber hinaus tritt Synästhesie häufig zusammen mit Hochbegabung, Linkshändigkeit, Hochsensibilität oder Aufmerksamkeitsstörungen auf. Bekannte Synästhetiker sind zum Beispiel der Komponist Franz Liszt, der Maler Wassily Kandinsky, die Autorin und Malerin Mischa Bach oder die blinde Tibetologin Sabriye Tenberken, die durch ihren aktuellen Film Blind Sight und ihr Engagement für Blinde in Tibet bekannt geworden ist.

Die Chance liegt im »Hier und Jetzt«

Eckart Tolle hat es so richtig bekannt gemacht: das »Jetzt« und seine enorme Bedeutung für unser menschliches Sein und Erwachen. Sein Buch Jetzt! Die Kraft der Gegenwart. Ein Leitfaden zum spirituellen Erwachen war in den letzten Jahren einer der ganz großen Verkaufsschlager auf dem spirituellen Büchermarkt. Doch auch schon Jahre früher, in der Gestalttherapie beispielsweise, spielte das »Hier und Jetzt« eine wesentliche Rolle. Vergangenes ist vorbei, Zukünftiges noch nicht da – das Einzige, was wirklich zählt, ist die Gegenwart. Nur im Jetzt können wir wahrnehmen, fühlen, akzeptieren, umdenken, handeln. Nur im Jetzt können wir aktiv etwas verändern, Gefühle annehmen, Vergangenes loslassen, Weichen stellen, Entscheidungen treffen, die uns weiterbringen – und letztlich unser Sein immer weiter transformieren, auf eine andere Bewusstseinsstufe gelangen, aus dem Ego in unser wahres Selbst erwach(s)en und Erleuchtung erlangen. Je präsenter wir in der Gegenwart sind, desto besser ist der Zugang zu unserer Intuition.

Wissenswertes rund um die Intuition

Bedeutungen der Intuition

Seit Tausenden von Jahren befassen sich große Forscher, Denker und Visionäre mit dem Phänomen Intuition. Und dementsprechend viele Herleitungen und Definitionen gibt es. Einige Aspekte, die mir für das allgemeine Verständnis wesentlich erscheinen, möchte ich hier bereits aufgreifen, ansonsten verzichte ich an dieser Stelle auf weitere Erklärungen, da die Experten im zweiten Kapitel ihre Sicht jeweils ausführlich darlegen.
Der Begriff Intuition ist abgeleitet vom lateinischen Wort intueri, was so viel bedeutet wie »anschauen« oder »betrachten«. Er meint eine plötzliche Eingebung, einen Geistesblitz, unmittelbares und ganzheitliches Erkennen oder auch das Erahnen neuer Ideen, Lösungen, Kreationen oder Ereignisse. Intuition kann in vielen Formen auftreten und spricht viele verschiedene »Sprachen«. Das kann die Sprache der Worte sein, aber auch die der Bilder, Symbole, Gerüche, Metaphern oder Gefühle. Intuition ist vermutlich immer da – es liegt an dem jeweiligen Menschen, ob er dafür offen ist, sie wahrnehmen kann oder nicht. Intuition steht im Gegensatz zu Erkenntnissen, die durch Analyse, Logik und/oder Vernunft hergeleitet wurden.
Und vermutlich hat ausnahmslos jeder Mensch Intuition. Die Philosophin und Autorin Uta Lauterbach erklärte mir: »Das ist gerade das Besondere am Menschen, dass er, anders als Pflanze und Tier, über sich hinausreichen kann. Ein Gänseblümchen oder ein Leopard waren und sind immer nur Gänseblümchen beziehungsweise Leopard. Der Mensch war vor zweitausend Jahren anders als heute. Er evoliert, das heißt er transzendiert immer wieder seinen jeweiligen Zustand. Er ist entwicklungsund intuitionsfähig. Jeder Mensch ist potenziell intuitiv. Wie sehr die Intuition jedoch zur Entfaltung kommt, das steht auf einem anderen Blatt.«

Kleines Lexikon der Intuition

Da die Begriffs- und Erklärungsvielfalt rund um die Intuition ziemlich verwirrend sein kann, soll eine kurze Übersicht bei der Orientierung helfen. Viele Begriffe lassen sich auch nicht vollkommen klar definieren, es gibt zahlreiche Überschneidungen, da sich die Phänomene selbst im realen Leben auch nicht immer eindeutig unterscheiden lassen.
 
Bauchgefühl: Ein Synonym für die Intuition, das zudem aussagt, dass sich diese Anlage des Menschen als Gefühl im Bauch zeigt.
Bauchhirn: Wissenschaftler haben herausgefunden, dass sich im Darm ein Nervensystem ähnlich dem im Kopfhirn befindet. Daher spricht man auch von unserem »zweiten Gehirn«.
Bewusstsein: Das menschliche Bewusstsein ist ein äußerst komplexes System, zu dem vermutlich Wahrnehmung, Erinnerung, Vorstellungskraft, Gedanken, Beurteilungen und Planung gehören. Es ist eines der großen ungelösten Phänomene des Menschseins und steht im Fokus zahlreicher wissenschaftlicher Forschungen. Vor allem in der Hirnforschung und in der Psychologie gibt es immer mehr sinnvoll scheinende Erklärungsansätze.
Eingebung: Eine scheinbar plötzlich und grundlos auftretende Idee oder Lösung für ein Problem. Synonym für Geistesblitz, Inspiration, Einfall. Meist geht der Eingebung jedoch ein unterbewusst ablaufender Denkprozess voraus.
Erleuchtung: Höchste Bewusstseinsstufe, auch Illumination genannt, die umfassende Einsicht in das Sein ermöglicht und nicht mit dem Verstand erlangt werden kann.
Erwachen: Erkenntnis, dass wir nicht unser Verstand, unsere Gefühle, unsere Vergangenheit, unsere Verletzungen etc. sind, sondern dass unser wahres Selbst viel mehr ist. Wir sind göttlicher Natur und eingebunden in das größere Ganze.
Fantasie: Vorstellungsvermögen, Einbildungskraft, schöpferische Erfindungsgabe, Träumerei.
Geistesblitz: Spontaner Einfall, plötzlich gefundene Lösung für ein Problem.
Halluzination: Sinnestäuschung, Trugwahrnehmung.
Hellsehen: Wie auch Hellfühlen oder Hellwissen, Vorahnung und Vorhersage eine außersinnliche Wahrnehmung.
Illusion: Wahrnehmungstäuschung. Fehlinterpretation von Sinneseindrücken, die im Vergleich zu den objektiv nicht vorhandenen Reizen bei einer Halluzination tatsächlich existieren.
Imagination: Vorstellungskraft. Die Fähigkeit, sich etwas bildhaft vorstellen zu können, ist vermutlich besonders für kreative, schöpferische Prozesse wichtig.
Inspiration: Einfall, Idee, Eingebung.
Instinkt: Angeborene Verhaltensbereitschaft von Lebewesen, auf bestimmte innere Impulse (Triebe) oder Umweltreize mit einer arttypischen Verhaltenssequenz zu reagieren.
Sechster oder siebter Sinn: Synonyme für die Intuition.
Telepathie: Gedankenübertragung, Gedankenlesen. Vermittlung von Bewusstseinsinhalten wie Gefühlen, Vorstellungsbildern oder Gedanken zwischen Menschen oder Tieren ohne Verwendung der normalen Sinnesorgane.
Vision: Geistige Schau. Inneres Bild oder Sequenzen, die besondere Erfahrungen oder Einsichten vermitteln. Sie können sich u. a. auf Vergangenheit oder Zukunft beziehen, persönliche Botschaften oder gesellschaftlich relevante Aussagen beinhalten.
Vorahnung: Im Vergleich zur Vorhersage nur eine vage Ahnung, ein unklares Gefühl hinsichtlich eines künftigen Ereignisses.
Vorhersagen: Weissagung, Vorherwissen zukünftiger Ereignisse, die zum Zeitpunkt der Aussage nicht absehbar sind und auf die der Vorhersagende keinen Einfluss hat.

Vom Sinn der Intuition

Intuition ist, wie bereits erwähnt, in all unseren Lebensbereichen äußerst hilfreich. Wir könnten unser Leben ohne sie gar nicht wirklich sinnvoll führen (siehe auch »Krank ohne Intuition«, Seite 21). Die Intuition hilft uns zum Beispiel in allen erdenklichen Situationen des Alltags, erleichtert uns das Lösen vieler Aufgaben und bringt uns auf den Weg, der uns das beste und größte Wachstum verspricht. Das muss nicht immer der leichteste Weg sein, denn unsere Seele will lernen, will wachsen und reifen, und dazu muss sie auch mal schwierigere Situationen durchstehen und größere Herausforderungen meistern. Aber sind wir auf dem Weg der Intuition, werden wir immer das Gefühl haben, dass der Weg dennoch richtig ist. Er fühlt sich trotz aller Umstände »stimmig« an. Wir bekommen immer wieder wunderbare Unterstützungen von vielen verschiedenen Seiten, werden von positiven Zufällen überrascht, bei scheinbar aussichtslosen Vorhaben öffnen sich unerwartete Möglichkeiten oder zunächst schwierig scheinende Aufgaben lösen sich plötzlich ganz problemlos. Während, wenn wir uns auf einem Holzweg befinden, uns viele kleine oder große Steine in den Weg gelegt werden, alles äußerst mühsam ist und uns die Lust an der Sache bald gänzlich verloren geht.
Der bekannte und erfolgreiche Heilpraktiker, Lebenslehrer und Bestsellerautor Kurt Tepperwein schreibt in seinem Buch Intuition, die geheimnisvolle Kraft: »Unsere innere Stimme kennt nicht nur den Sinn des Lebens, sondern versteht sich auch als unser innerer Coach, damit wir uns diesem Sinn immer mehr nähern. Wer seiner inneren Stimme folgt, der lebt stimmig! Es stimmt im Leben einfach alles! Und das ist das Wunder gelebter Intuition. Probleme, Krisen, Schmerzen und Leiden sind immer Signale, dass wir etwas falsch gemacht haben und korrigieren müssen. Mithilfe der Intuition können wir eine andere Einstellung gewinnen, und dann lösen wir Probleme nicht, sondern lassen sie sich erst gar nicht entwickeln. Mit anderen Worten: nicht erst etwas falsch machen müssen, um dann das Richtige zu tun, sondern gleich unserer Ahnung folgen, was in der Situation genau und passend zu tun ist.«
 
Intuition erleichtert unseren Alltag. Sie ist zum Beispiel in ganz banalen und doch oft wichtigen Alltagssituationen hilfreich – wie bei der Suche nach einem verlorenen Schlüssel oder einer verlegten Geldbörse, der Orientierung in einer fremden Stadt oder bei allen Entscheidungsprozessen. Sie dient unserem Schutz in Gefahrensituationen und hilft, Fehler zu vermeiden. Mit ihrer Unterstützung müssen wir nicht erst Fehler machen, um das Richtige erkennen zu können, sondern haben immer eine Art inneren Kompass dabei, der uns gleich auf den richtigen Pfad führt.
Intuition hilft uns bei der Persönlichkeitsentwicklung, indem sie uns zu Situationen führt, die unsere Seele besser und schneller wachsen und reifen lassen. Sie hilft, die Potenziale des Menschen zu entfalten und zu erweitern und damit die gesamte Entwicklung der Menschheit weiterzubringen. Intuition bringt uns uns selbst näher, macht uns authentischer und führt uns zu unserer wahren Natur. Außerdem erinnert sie uns an unsere Herzenswünsche, vor allem dann, wenn die Stimme des Verstandes lauter ist als die unseres Herzens.
Intuition erhöht unsere Lebensqualität. Wir erhalten mehr Leichtigkeit, Fülle und Erfolg. Sie hilft zu erkennen, was für uns wirklich wichtig ist, und wegzulassen, was uns nicht guttut.
Intuition ist auch unterstützend bei der Kommunikation in vielen Bereichen, vor allem mit uns nahestehenden Menschen. Wir bekommen ein besseres Gefühl für unser Gegenüber, spüren deutlicher, was aktuell in einer Begegnung wichtig ist.
Bei der Ernährung kann das Bauchgefühl uns helfen, die Lebensmittel herauszufinden, die unser Körper gerade am meisten braucht, oder verborgene Mängel von Produkten zu erspüren wie zum Beispiel eine hohe Pestizidbelastung.
Bei der Berufswahl hilft die Intuition beispielsweise, unsere Lebensaufgabe oder Berufung zu finden – eine Tätigkeit, die uns wirklich entspricht, bei der unsere Talente gefordert sind und gefördert werden, wir uns erfüllt fühlen.
Generell ist Intuition im Berufsalltag äußerst nützlich, denn – ob Führungskräfte, Arbeitnehmer oder Selbstständige, egal in welchem Bereich – ohne Intuition wäre für uns alle jeder Arbeitstag äußerst mühsam. Intuition gilt in der Geschäftswelt oft noch als zu weich und gefühlvoll, zu wenig logisch oder sachlich – doch viele Geschäftsleute, die wahren Erfolg haben, verlassen sich auf ihre Intuition. Manche tun das ganz offenkundig, andere trauen sich nicht, es öffentlich zuzugeben oder tun es, ohne sich dessen bewusst zu sein.
Bei der Personalwahl – von kleinen Familienunternehmen bis hin zu großen Weltkonzernen: Das Bauchgefühl hilft dabei, andere Menschen rasch einschätzen zu können.
In Wissenschaft, Forschung und Entwicklung kann Intuition neue Aspekte hineinbringen und kreative Entwicklungsschübe auslösen.
Intuition inspiriert bei jeglichem kreativem Tun und in allen Bereichen der Kunst: Sie regt Maler und Musiker, Bildhauer oder Kunsthandwerker zu wirklich neuen kreativen Schöpfungen an.
Bei der Partnerwahl ist es ebenfalls äußerst hilfreich, Bauch und Herz zu befragen. Verstandesüberlegungen, Perfektionismus und Statusdenken sind dagegen eher ungünstige Ratgeber. Viele Menschen erkennen schon nach wenigen Sekunden oder Minuten, quasi wirklich auf den ersten Blick, ob sie einen potenziellen Lebenspartner vor sich haben oder ihr Gegenüber dafür nicht infrage kommt.
Neben allen hilfreichen Ratgebern und Fachmeinungen für die Kindererziehung – auch hier ist die Intuition ein ganz zentrales Element, Kinder wirklich verstehen und aus dem Herzen unterstützen zu können.
In der Heilkunde – sowohl für professionelle Therapeuten wie auch für jeden Menschen bei der Selbstbehandlung kleinerer Probleme – liefert die Intuition wertvolle Hinweise.
Intuition ist weiterhin eine wichtige Fähigkeit, um Tiere besser verstehen zu können und mit ihnen zu kommunizieren.
Im Straßenverkehr hat das Bauchgefühl schon vielen Menschen das Leben gerettet oder sie vor Unfallschäden bewahrt.
Bei der Sterbebegleitung kann intuitives Mitfühlen äußerst hilfreich sein, gerade wenn der im Sterben liegende Mensch sich nicht oder kaum mehr mitteilen kann.
Und Intuition führt uns auf dem Weg zu Erleuchtung und Meisterschaft. Sie zeigt uns beispielsweise die Lernaufgaben, die wir noch zu bewältigen haben, oder Aspekte, die wir integrieren müssen. Sie unterstützt die Transformation vom Ego zum wahren, göttlichen Selbst. Schließlich ist Seelenwachstum das Wichtigste überhaupt. Alles andere können wir verlieren – aber nicht das, was wir auf der Seelenebene gelernt haben.

Ausgewählte Lebensaspekte

Ein paar dieser Aspekte möchte ich nun eigens herausgreifen und etwas ausführlicher darauf eingehen – um den Sinn und die weitreichende Bedeutung der Intuition noch anschaulicher und deutlicher zu machen. So kann zum Beispiel ein einziger Moment und wie aufmerksam wir darin reagieren, darüber entscheiden, ob wir die nächsten Tage mit Bauchschmerzen im Bett liegen oder gesund und munter weiter unseren Aufgaben nachgehen können.

Intuition und Gesundheit

Für den Philosophen, Publizisten und Veranstalter Dr. phil. Christoph Quarch ist die Intuition ein kostbarer Schatz im Leben. Seiner Meinung nach können wir die Intuition für unsere Gesundheit täglich nutzen, indem wir den Impulsen, die in uns aufsteigen oder die unser Körper aufweist, vertrauen. Er empfahl in einem kurzen Interview: »Wenn Sie den Impuls haben, Ihr Menü nicht zu Ende zu essen, dann lassen Sie es. Vertrauen Sie Ihrem Körper, dass er Informationen empfangen hat, die nicht in Ihr Bewusstsein gedrungen sind, die aber für Sie trotzdem wichtig sind – etwa, dass in Ihrem Menü Salmonellen stecken. Denn bedenken Sie: Ihr Körper, zum Beispiel Ihr Immunsystem, arbeitet ausschließlich intuitiv. Sie haben hier nichts bewusst beizusteuern. Nicht Sie erhöhen Ihre Körpertemperatur, das macht Ihr Körper ganz von allein – intuitiv.«
Kurt Tepperwein ist ebenfalls überzeugt, dass wir mit unserer Intuition unsere Gesundheit fördern und die Selbstheilungskräfte wecken können. Unsere körperliche, emotionale wie auch seelische Gesundheit ist etwas höchst Individuelles – und unsere Intuition kann dabei helfen, unseren ganz persönlichen Heilungsweg zu finden. Wir haben in uns eine Art »inneren Heiler«, der genau weiß, wann wir was brauchen, um gesund zu bleiben oder zu werden. In unserer extrem schnelllebigen und »verkopften« Zeit haben viele jedoch den Zugang zu diesem inneren Heiler verloren. Die Intuition kann uns wieder mit ihm verbinden, mit unserer tieferen Weisheit.
Weiterhin hilft uns die Intuition, eine Menge Stress zu vermeiden – und dieser gehört heute zu den häufigsten Krankheitsursachen. Intuition hilft uns, das allgemeine Tempo in Beruf und Alltag mithalten zu können, soweit wir das müssen und möchten, ohne uns dabei restlos zu verausgaben, ohne auszubrennen. Wer aus seiner Intuition heraus handelt, kann den Herausforderungen des Lebens wesentlich gelassener und entspannter gegenübertreten. Er spürt zum Beispiel genau, wann er etwas tun oder was er besser lassen sollte. Wer aus seiner Intuition heraus handelt, kann dabei wesentlich effektiver sein und verschwendet keine Zeit und Energie, wie das bei Tätigkeiten unter Hektik und Druck leider allzu oft der Fall ist.

Mütterliche Intuition

Ein besonders bekanntes Phänomen ist das Bauchgefühl von Müttern, was das Wohlbefinden und die Gesundheit ihrer Kinder anbelangt. Diese mütterliche Intuition trügt nie, sofern es sich um echte Intuition und nicht um irrige Angst handelt, und sollte auch von Ärzten und heilerisch Tätigen in ihre Diagnosen und Behandlungen miteinbezogen werden. Auch wenn Müttern meist das medizinische Fachwissen fehlt, um ihre Ahnungen begründen zu können, was manchmal ohnehin nicht möglich ist, sollten die Behandler sie damit ernst nehmen und es ihnen nicht ausreden. Die Verbindung, die eine Mutter zu ihrem Kind hat, ist einzigartig, und keine Methode kann diese intuitiven Botschaften ersetzen. Und Müttern sei gesagt: Trauen Sie Ihrem Gefühl, achten Sie darauf, und wenn Sie bei Ihrem Arzt kein Gehör finden, holen Sie sich eine zweite oder dritte Meinung ein. Wenn Sie sicher sind, dass Sie nicht von übertriebenen Ängsten geleitet werden, dann kann das Bauchgefühl mitunter das Leben Ihres Kindes retten. Gerade in lebensbedrohlichen Situationen meldet sich die innere Stimme einer Mutter meist sehr deutlich und klar. Männer neigen häufiger dazu, diese Stimme mit dem Verstand, aus Gründen von Macht, Konkurrenz, Dominanz oder falsch verstandener Autorität zu überhören. Kurz: dem Ego mehr Macht zu geben als der Liebe zum Leben.

Krank ohne Intuition

Ein anderer Aspekt zeigt uns, was passiert, wenn die Intuition fehlt. Der Spiegel-Autor Gerald Traufetter berichtet von Forschungen, die zeigen, dass der Mensch wohl keine Entscheidungen nur mit dem Verstand allein treffen kann. Wir brauchen dazu unsere Gefühle, sie leiten uns wie ein Kompass zu den richtigen Entscheidungen. An der Uniklinik Leipzig wurde beispielsweise ein 28-Jähriger von dem Neurologen Yves von Cramon behandelt. Er schien nach einem Autounfall wieder geheilt, die gängigen neurologischen Untersuchungen lieferten normale Testergebnisse. Allerdings bekam der junge Mann zunehmend Probleme in seinem Leben. Bei den Untersuchungen stellte sich heraus, dass er für Entscheidungen alle möglichen sachlichen Argumente aufzählen konnte – aber die für gute Entscheidungen wichtigen emotionalen Impulse fehlten ihm gänzlich.

Intuition als Entscheidungshilfe

Unser Lebensalltag in unserer »Multioptionsgesellschaft« ist voll von Entscheidungen und es werden scheinbar ständig mehr. Täglich haben wir zig Entscheidungen zu treffen – von banalen Kleinigkeiten hin zu großen Lebensentscheidungen. Bei manchen können wir uns Zeit lassen, uns ausreichend zu informieren – andere erfordern eine rasche Wahl. Viele treffen wir unbewusst, haben dazu eine Art inneren Autopiloten in uns, der uns dabei hilft, quasi blind und unbewusst die richtige Wahl zu treffen. Anders kämen wir nur zu einem Bruchteil von dem, was wir tun wollen, wenn wir alle Entscheidungen bewusst treffen würden.
Entscheidungen kosten Zeit und Energie, und sie bergen Risiken in sich, da sie richtig oder falsch sein können. Manche falsche Entscheidung kann uns tief verunsichern, auch materiellen Schaden oder ein Trauma zur Folge haben. Andererseits lähmt es uns, wenn wir uns nicht entschließen können und Entscheidungen auf die lange Bank schieben. Das blockiert den Lebensfluss, absorbiert wertvolle Energie, die uns in anderen Bereichen fehlt. Daher lohnt es sich, sich mit seinem Entscheidungsverhalten auseinanderzusetzen und herauszufinden, wie wir wählen und welche Rolle die Intuition dabei spielt.
Entscheidungen, die rein auf der Ratio beruhen, bescheren uns meist kein dauerhaftes Glück oder sind gar richtig enttäuschend. Je komplexer eine Situation, desto stärker – da sind sich viele Wissenschaftler einig – sollte man sich auf seine Intuition verlassen. Je mehr wir uns in einer Informationsflut verlieren, desto verwirrender wird die Situation und wir werden immer unsicherer. Da hilft dann meist nur noch Abstand zu finden, vom Thema ganz loszulassen und der Intuition wieder mehr Raum zu geben. Sie kann uns helfen, wieder Orientierung zu finden, und einen Weg aus dem Informationschaos heraus zeigen.
Der niederländische Psychologe Ap Dijksterhuis führte dazu ein Experiment durch: Er bat seine Testpersonen, aus einer Auswahl an Postern eines für das Schlafzimmer auszuwählen. Die eine Hälfte der Gruppe hatte reichlich Zeit zum Überlegen, während die andere sich spontan aufgrund ihres Bauchgefühls entscheiden sollte. Einige Wochen später fragte er bei den Probanden nach, wie glücklich sie mit ihrer Wahl noch sind. Eindeutiges Ergebnis: Die Bauchentscheider waren wesentlich zufriedener.

Den eigenen Berufsweg finden