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Impressum:

GefaEhrliche Liebschaften | Erotische Bekenntnisse

von Freja Lind

 

Freja Lind studierte in Süddeutschland Volkswirtschaft. Dann zog sie mit ihrer Familie in den Norden und arbeitete in verschiedenen Firmen der Region.Schon während des Studiums versuchte sie sich an Gedichten und Theaterstücken und nahm dieses Hobby später wieder auf – nun in Form von erotischen Geschichten.Keine High Society, keine karibischen Strände, keine Traumgestalten. Freja Lind schreibt aus dem echten Leben, wobei sie auch vor ernsten Problemen nicht zurückschreckt. Aber gerade hier ist Liebe und jede Menge Erotik zu entdecken.

 

Lektorat: A. K. Frank

 

 

Originalausgabe

© 2021 by blue panther books, Hamburg

 

All rights reserved

 

Cover: © William Moss @ shutterstock.com © ArtOfPhotos @ shutterstock.com

Umschlaggestaltung: MT Design

 

ISBN 9783750703056

www.blue-panther-books.de

Kapitel 1

Da steht sie an den aufgereihten Thermoskannen und schenkt sich einen Kaffee nach. Die Männer um sie herum wagen verstohlene Blicke. Irgendetwas zieht sie magisch an. Es kann nicht nur ihr Äußeres sein. Oberflächlich betrachtet würde sie sicherlich nicht gerade als DIE Schönheit gelten. Aber sie strahlt etwas aus, das ihre Umgebung deutlich spürt.

Merkwürdigerweise scheint kein Mann in ihrer unmittelbaren Nähe den Versuch zu unternehmen, sie anzusprechen. Wirkt sie denn gleichzeitig so unnahbar?

Wieder verstohlene Blicke, alle schenken sich Kaffee nach, manchmal auch zwei, die sie dann anderen mitbringen.

Ich folge mit den Blicken dem Gang dieser Leute. Ja, manche bringen die zweite Tasse an einen Tisch, an dem eine Frau auf sie wartet. Die eigene? Oder eine Kollegin aus der Abteilung?

Andere wiederum schlendern mit den Tassen zu männlichen Kollegen. Schauen sie sich noch einmal nach ihr um? Manchmal ja, manchmal nein.

Wirkt ihre Aura denn nur in ihrer unmittelbaren Umgebung?

Was rede ich, stehe ja weit genug weg und spüre es auch!

Irgendetwas muss von ihr ausgehen, was quer durch den Raum zu strahlen scheint. Direkt dorthin, wo ich stehe.

Was mache ich bloß falsch? Ich habe zwar das Gefühl, dass mich alle Männer um mich herum wahrnehmen, ja, geradezu meine Nähe suchen, aber Kontakt aufnehmen will keiner. Wirke ich denn so unnahbar? Irgendwie abstoßend? Oder schüchtere ich sie ein? Na ja, nach meinem Diskussionsbeitrag eben im Seminar wirke ich vielleicht zu kompetent. Das mögen Männer ja angeblich nicht so. Sie wollen gerne diejenigen sein, die mit ihren beruflichen Erfolgen glänzen können. Diese Gockel wollen immer imponieren. Anders fühlen sie sich wohl nicht als Mann.

Als ob mich das interessieren würde.

Der Typ dahinten scheint mich irgendwie anders wahrzunehmen. Habe ich ihn schon mal gesehen? Auf anderen Fortbildungen oder irgendwo in einer anderen Abteilung? Sind wir uns auf dem Flur vielleicht mal begegnet? Obwohl ich mir sicher war, dass keiner aus unserer Firma hier sein würde.

Ach, was soll’s, ich setze mich jetzt dort an den freien Tisch, bin ja auch nicht zum Flirten hier, sondern um mich beruflich weiterzubilden.

Sie setzt sich alleine an einen Tisch. Kennt sie hier denn niemanden? Will sie alleine bleiben? Allerdings hätte sie sich dazu vielleicht ganz ans Tischende setzen sollen. So hat sie noch einen Platz neben sich freigelassen, was eher signalisiert: »Hier ist noch ein Platz frei, es darf sich gerne jemand dazusetzen.« Ich beschließe, zu ihr zu gehen.

»Hallo, darf ich mich dazusetzen?« Ohne eine Antwort abzuwarten, ziehe ich den Stuhl ihr gegenüber zurück, stelle zwei Teller ab und setze mich.

»Ich habe Ihnen Kuchen mitgebracht. Und kommen Sie mir jetzt nicht mit ›ich nehme gerade ab‹, oder ›ich bin auf Diät‹! Das glaube ich nämlich nicht.«

Und als sie mich erstaunt ansieht, ergänze ich: »Sie haben es zumindest nicht nötig.«

Na, der Kerl nimmt sich ja was raus! Scheint keinen Respekt zu haben, oder er ist ziemlich mutig. Zumindest hat es mir kurz die Sprache verschlagen. Darauf war ich nicht vorbereitet.

Und jetzt guckt er mich mit großen Augen an. Wie soll ich reagieren?

Mein Gott, sei doch nicht so still! Bist doch sonst nicht auf den Mund gefallen.

Ja, aber meistens in Situationen, in denen ich mir unsympathische Männer vom Leib halten muss. Aber der hier ist nicht unsympathisch.

Wahrscheinlich habe ich ihm jetzt ein wenig zu lange in die Augen geschaut. Ob er es bemerkt hat?

Also sage ich einfach: »Danke!«, ziehe den Teller zu mir und beginne die Gabel in den Kuchen zu versenken.

Na, die ist ja drauf! Isst ihren Kuchen und sagt keinen Ton. Wäre ja auch unhöflich, so mit Essen im Mund. Also lasse ich sie eine Weile essen und sage auch nichts.

»Mit einem Menschen zu schweigen, hat etwas ganz Besonderes«, beginne ich nach einiger Zeit die Stille zwischen uns zu brechen. »Das kann man nur, wenn man eine gewisse Nähe zueinander verspürt. Ich meine ›miteinander schweigen‹, nicht ›sich anschweigen‹.«

Und denke noch: ›Gerade in einer Beziehung wird es auch Momente geben, in denen man sich mal nichts zu sagen hat.‹

Während ich den ersten Bissen mit der Gabel von meinem Kuchen abtrenne und ihn zum Mund führe, schaue ich mir mein Gegenüber genauer an.

Sympathisch, durchaus. Nettes Lächeln, nette zuvorkommende Art, direkt, aber nicht aufdringlich. Männliche Schultern, aber nicht übermäßig muskulös. Scheint Ausdauersport zu treiben.

Und er hält Stille zwischen uns aus. Ja, er provoziert sie geradezu selbst.

Plötzlich lächelt er mich an.

›Wie sie da mit ihrem Kuchen sitzt und an ihrer Gabel schleckt‹, lächle ich in mich hinein.

›Oh, ich muss so in meinen Gedanken versunken gewesen sein, dass ich die Gabel wohl lasziv abgeleckt habe, und er hat das bemerkt. Wie peinlich!‹

»Der letzte Seminarbeitrag war sehr interessant, oder? Da sollte man noch mal tiefer drüber nachdenken«, lenke ich schnell ab.

»Ja, und dein Beitrag, – ich darf doch Du sagen, oder? Ich heiße übrigens Simon«, sage ich und strecke die Hand aus, die sie nur mit leichter Verzögerung ergreift und kurz drückt. Ein kurzer fester Händedruck. Nicht so schlaff wie bei manch anderen Frauen. Das unterstreicht den tatkräftigen Eindruck, den ich von ihr habe.

»Ich weiß«, lächelt sie mich an. Und als ich irritiert gucke:

»Steht auf dem Teilnehmerschildchen«, sagt sie und weist auf meine Brust.

»Ja, natürlich.« Ich blicke auch auf ihr Schild. »Hallo Katrina! Was ich sagen wollte, dein Beitrag …«

Und wie sie plötzlich reden kann! Brauchte wohl doch erst mal eine Stärkung. Frauen, die gerne essen, gefallen mir!

Sie legt mir ihren Standpunkt zum Seminarthema noch mal dar, erläutert genauer auf meine Nachfragen einzelne Punkte, bringt noch neue Aspekte zum Thema, möchte gleichwohl meine Meinung wissen.

Warum glauben manche Männer, dass sie die Weisheit gepachtet haben? Außerdem haben wir zu zweit doppelt so viel Hirn. Na ja, mehr als das, denn sie scheint eindeutig mehr davon zu besitzen als ich.

Ich mag Frauen mit Hirn!

Trotzdem scheine ich ihr die richtigen Impulse zu geben. Denn sie antwortet oft mit »stimmt«, »ja, das müsste man in die Überlegungen noch mit einbeziehen«, und »da hast du wohl nicht unrecht«.

Da sitzt jemand vor mir, der ernsthaft an dem, was ich denke, Interesse zu haben scheint. Der mich nicht immer unterbricht. Der nicht versucht, ständig Oberhand zu gewinnen, um als der tolle Mann dazustehen und am besten noch alles so hinzudrehen, als ob meine Ideen die seinen wären.

Ihm scheint das nichts auszumachen.

Er fragt nach, ergänzt, beflügelt mich in meinen Gedanken …

»Äh? Sitzen wir hier plötzlich alleine in der Kaffeebar?«, frage ich erstaunt.

»Ach je! Die Seminare haben schon wieder begonnen!«

»Und wir haben nicht mitgekriegt, dass alle wieder gegangen sind! Na, dann aber …«

Witzigerweise rennen wir nicht beide zum Seminarraum, sondern in Richtung der Toiletten. Wir müssen lachen und verschwinden jeder in den vorgesehenen Räumlichkeiten.

Als ich wieder herauskomme, bemerke ich an mir, dass ich nicht zügig, sondern eher verhalten Richtung Vortragsraum gehe. Interessiert mich das nächste Thema etwa nicht? Doch, doch, schon. Ich ertappe mich bei dem Gedanken, zu hoffen, dass Simon noch nicht wieder draußen ist, und dass plötzlich die Tür zu den Männertoiletten aufgeht, er herauskommt und wir gemeinsam zum Seminar gehen.

Aber Männer sind meistens sehr schnell fertig, also wird er schon vorgegangen sein.

Etwas betrübt mache ich mich auf den Weg und schleiche mich durch die Zuhörerschaft zu meinem Platz. Der jetzige Redner scheint rhetorisch sehr geschult zu sein, denn die Seminarteilnehmer hängen geradezu an seinen Lippen und scheinen nichts von meiner Verspätung mitzubekommen.

Wo Simon wohl sitzt? Ich habe ihn ja erst in der Kaffeepause kennengelernt.

Hätte ich auf sie warten sollen? Aber vielleicht war sie auch schon früher als ich wieder draußen. Obwohl, da kommt sie gerade. Sie schlängelt sich durch die Stuhlreihen … ah, da sitzt sie. Ähnlich wie bei mir scheint sich keiner abgelenkt zu fühlen. Der Redner ist aber auch echt gut. Obwohl, ich kann mich gar nicht recht konzentrieren.

Verstohlen schiele ich immer wieder zu ihr hinüber. Sie scheint mich noch nicht bemerkt zu haben. Nun ja, das Thema des Vortragenden scheint auch sie zu fesseln. Schließlich ist sie hier, um etwas zu lernen.

Ich studiere das Profil ihrer Nase, die Form der Lippen. Liegen die Augen eher tief? Das Kinn, die Stirn, die Frisur, die Haarfarbe … Die Merkmale für sich genommen wirken alle normal, nicht wirklich besonders, aber in der Komposition scheinen sich die Details auf wundersame Weise zu einem Ganzen zu bilden. Zu einem Ganzen, das mich total in seinen Bann zieht. Und wenn ich mir ihre Stimme wieder vergegenwärtige, die Stimmlage, die Intonation, wie sie etwas sagt, und was sie sagt …

Faszinierender Redner. Aber was war noch gleich das Thema? Ach, ich habe den Programmablauf wohl liegen lassen. Egal. Ich gucke nach vorne, sehe dort einen Mann, höre die Stimme, aber eigentlich höre ich nicht zu. Vor meinem geistigen Auge lasse ich das Gespräch am Kaffeetisch Revue passieren. Ich fühle mich ausgesprochen angenehm dabei. Ein Lächeln huscht mir über die Lippen. Und ich fühle mich ziemlich leicht.

Mein Smartphone meldet sich. Okay, da muss ich eben ran. Ja, ich rufe gleich zurück. Der nächste und letzte Vortrag beginnt gleich. Den Wechsel auf dem Podium werde ich ausnutzen, um mich still zu entfernen. Katrina werde ich danach wohl nicht mehr sehen, aber heute Abend findet noch eine gemeinsame Veranstaltung statt. Essen, ein wenig Musik, vielleicht eine Tanzfläche. Die Teilnehmer sollen sich wohlfühlen, der Veranstalter tut einiges dafür.

Nach dem letzten Seminarbeitrag sind wir uns in der raus strömenden Menge der Teilnehmer irgendwie nicht mehr begegnet.

Manche holen sich noch einen Kaffee, stehen in Gruppen herum, tauschen sich über die Themen aus, aber Simon kann ich nicht entdecken.

Vielleicht geht er mir ja auch extra aus dem Weg. War ihm wahrscheinlich doch zu schlau. Ich habe ja auch ganz schön lange Monologe zum Thema gehalten. Kannst dich ja auch mal zurückhalten! Ist doch klar, dass das jeden abschreckt.

Gut, man muss sich ja auch nicht für alle Vorträge interessieren. Ist sein gutes Recht, fernzubleiben.

Warum interessiert mich das eigentlich so? Schließlich haben wir nur ein paar Sätze gewechselt. Na ja, schon ein paar mehr. Aber eher beruflicher Natur. Wenig Privates.

Simon.

Trotzdem schwirrt er mir im Kopf rum.

Simon.

Zieht irgendwie meine ganze Aufmerksamkeit ab.

Simon.

Wo steckt der bloß?

Kapitel 2

Auf die Abendveranstaltung gehe ich recht unmotiviert. Dass auch Ehepartner grundsätzlich dabei sein dürfen, beziehungsweise gerade deshalb solche Veranstaltungen gemacht werden, trägt nicht gerade zur Verbesserung meiner Stimmung bei. Da die Seminare oft übers Wochenende laufen, nehmen andere ihren Partner mit. Ein schönes Hotelzimmer, Freizeitprogramm für die Partner während der Seminare. Und dann eben auch eine Abendveranstaltung. Gutes Essen vom Büfett. Showeinlagen eines Zauberkünstlers, später noch Tanz. Alles wird geboten.

Ich hätte es ja nicht buchen müssen. Aber ich dachte mir, in der ungezwungenen Situation eines solchen Abends lassen sich vielleicht berufliche Kontakte knüpfen. Und jetzt habe ich diesen Simon im Kopf und alle meine Planungen werden plötzlich so nebensächlich. Die sind doch eh alle hier, um sich zu amüsieren, nicht um sich für mich und meine berufliche Zukunft zu interessieren!

Das Essen war ausgezeichnet. Der Zauberkünstler zeigte Tricks an den Tischen und ließ unter anderem den Ehering einer Dame verschwinden, die das als gar nicht lustig empfand. Der Ring fand sich dann eingefädelt am Schlüsselbund ihres Mannes wieder, was der auch nicht für lustig hielt. Schließlich hatte der Zauberer unbemerkt seines Schlüsselbundes habhaft werden können. Wen bringt das schon zum Lachen? Natürlich die anderen. Aber ein Zauberer will ja auch Erstaunen auslösen. Und das schaffte er auf jeden Fall.

Jetzt stehe ich hier mit einem Glas Sekt in der Hand am Rande der Tanzfläche und mache anscheinend den Eindruck, dass ich nicht aufgefordert werden will. Zumindest versucht es keiner. Und sie haben ja alle Recht. Irgendwie schaue ich durch alle hindurch, schaue mich suchend um. Auf der Suche nach Simon.

Bei Seminaren bleibe ich abends gerne auf meinem Zimmer. So ist jedenfalls wirklich Feierabend. Ich verspüre keine Lust, abends noch fachliche Themen zu diskutieren. Und meistens kommt es dann dazu.

Im Fernsehen laufen Wiederholungen, Quiz-Shows, Dokumentationen, das ist auch nicht besser. Konzentrieren kann ich mich eh auf nichts. Irgendwie steckt mir Katrina im Kopf.

Soll ich doch runtergehen und den Abend genießen? Vorausgesetzt, sie ist überhaupt da. Wenn nicht, dann sehe ich sie hoffentlich morgen am letzten Seminartag wieder.

Warum bilde ich mir überhaupt ein, sie könnte sich für mich interessieren?

Mann, jetzt tigerst du hier die ganze Zeit unruhig in deinem Hotelzimmer auf und ab, triff doch mal eine Entscheidung! Bist doch sonst nicht so zögerlich.

Aber so ist es, je größer der vermeintliche Verlust bei Nichterreichen des Ziels, desto größer die Angst davor, eine Entscheidung dahingehend zu treffen. Entscheidet man sich nicht dafür, dann scheint es leichter verkraftbar zu sein, als das Scheitern.

Aber ist doch blöd. Wenn ich ein Los zu hundert Prozent nicht kaufe, werde ich auch zu hundert Prozent nicht gewinnen! Aber so ist die menschliche Psyche, oftmals völlig Gaga.

Und was mache ich, wenn sie ausgelassen mit einem anderen Mann tanzt? Bin ich dann der Held, der dazwischen geht und mit fester Stimme sagt: ›Diese Frau gehört zu mir.‹? Eher würde mich die Enttäuschung lähmen.

Eine Frau mit einem Glas Sekt in der Hand stellt sich neben mich. Sie fängt gleich an zu klagen, dass keiner mit ihr tanzen wolle. Selbst mich würde keiner auffordern, dabei sei ich doch noch jung und hübsch. Ja, früher, da hätten sie Schlange gestanden, um sie aufzufordern, aber heute? Sei sie ihnen wohl zu alt geworden. Aber tanzen, tanzen könne sie immer noch wie in ihrer Jugend.

Plötzlich steht Simon hinter mir. Ich drehe mich um, sehe ihm in die Augen, folge seinem Blick, der hinuntergeht zu seiner Hand. In dieser hält er seinen Hotelzimmerschlüssel, so, dass ich die Zimmernummer deutlich erkennen kann.

»Wenn du noch einen Gute-Nacht-Kuss brauchen solltest, den darfst du dir dort gerne abholen«, wispert er mir vertraulich zu.

Dann dreht er sich um und verschwindet wieder in der Menge.

Die Frau hat das beobachtet, guckt mich mit starren Augen an, kippt sich ihren Sekt in den Rachen und schwankt auf die Fläche, um alleine in ekstatische Bewegungen zu verfallen. Tanzen? Peinlich irgendwie.

Mein Atem geht schneller, ich spüre meine Wangen erröten. War das gerade eine Aufforderung? Eine eindeutige Aufforderung, in sein Zimmer zu kommen, um mit ihm intim zu werden? Was bildet der sich ein! Oder war es wirklich nur das Angebot eines Gute-Nacht-Kusses, vielleicht noch etwas trinken und dann geht jeder mit lieben Wünschen für die Nacht in sein Bett?

Oder habe ich ihm beim Kuchenessen doch irgendwelche Signale gegeben?

Obwohl, wir haben uns doch nur intellektuell unterhalten.

Meine Gedanken kreisen. Auf was lässt du dich da gerade ein? Einen One-Night-Stand? Will ich das überhaupt? Okay, ich bin unabhängig, kann machen, was ich will. Und der Typ hat ja auch was. Und eigentlich brauche ich auch mal wieder körperliche Nähe, Zärtlichkeit, Sex. Ich will mir aber auch nicht wie so ein billiges Flittchen vorkommen, das man mal eben anspricht und sie folgt ergeben. Das ist eigentlich überhaupt nicht mein Ding. Ich empfand das immer komisch, wenn andere, egal ob Frauen oder Männer, sich nach der Disco noch vergnügt haben. Nix Festes, nur für so ne Nacht. Und wenn die mir dann hinterher ganz befriedigt erzählten, wie toll der Abend noch gelaufen sei … Irgendwie ja auch reizvoll, die Vorstellung. Aber ich? Und was macht man dann mit seinen Gefühlen? Ich kann doch nicht mit einem Mann schlafen, ohne ein Gefühl für ihn zu haben, oder knipse ich das dann am nächsten Morgen einfach aus?

Die Frau zuckt immer noch ziemlich unrhythmisch über die Tanzfläche. Die anderen haben schon etwas Platz gemacht, damit sie nicht plötzlich mit ihr anecken. Schließlich kommt eine offensichtliche Freundin und führt sie behutsam zu einem der Tische. Es ist ihr anzusehen, dass ihr die Situation peinlich ist.

Hoffentlich ende ich nicht irgendwann genauso. Alleine. Auf der verzweifelten Suche nach Zuneigung und Liebe.

Kapitel 3

Kurz geduscht. Jeans und ein einfaches T-Shirt übergestreift. Das sollte reichen. Casual. Bin ja in meinem eigenen Zimmer. Und es soll ja nicht so aussehen, als ob ich in jedem Fall erwartet hätte, dass sie kommt.

Sie ist intelligent genug, um meine Absichten zu durchschauen. Welche Absichten eigentlich?

Ja, ich gebe ja zu, dass sie mich irgendwie anmacht. Das signalisiert mir mein Körper eindeutig. Aber da ist auch irgendwie mehr als nur ein sexueller Reiz. Und wenn sie jetzt tatsächlich käme, ich würde es bestimmt nicht einfach als Zustimmung zu einem One-Night-Stand werten. Zumindest möchte ich das so nicht sehen. Bei dieser Frau möchte ich mehr! Nicht nur eine Nacht und Hopp.

Ich sehe in den Spiegel und mir in die Augen. ›Ich glaube, du bist verliebt‹, meldet sich mein Gegenüber zu Wort.

War da ein Geräusch an der Tür? Ich greife schnell nach dem Handtuch, um im Gehen noch die Haare etwas trockener zu rubbeln, lehne mich dann an die Tür, lausche mit einem Ohr.

Ob sie es ist? Mein Herz beginnt aufgeregt zu schlagen. Mit mir ist wirklich etwas nicht in Ordnung. Was, wenn sie unentschlossen ist, wieder geht, bevor wir uns gesprochen haben?

Schüchtern stehe ich vor seiner Tür. Will ich wirklich klopfen? Er könnte mir aufmachen – und dann?

Was wird er von mir erwarten? Vielleicht will er wirklich nur ein wenig quatschen, was mit mir trinken und mich dann mit einem »Gute-Nacht-Kuss« auf die Wange wieder hinausbefördern. Das wäre auch doof, irgendwie.

Ich merke, wie sehr sich meine Gedanken in der Zeit, die wir uns nicht gesehen haben, mit ihm beschäftigt haben. Und dann die Aktion mit der Schlüsselkarte. Aber nicht nur meine Gedanken beschäftigen sich mit ihm. Ich spüre ein Kribbeln im Körper, was nicht bloß Aufregung bedeutet. Nein, da schwingt mehr mit. Verliebtsein? Oder – mal ehrlich – bin ich einfach nur scharf auf ihn?

Ich weiß es nicht. Und nun stehe ich hier wie ein Teenager und weiß nicht, ob ich klopfen soll.

Egal, mach es! Mit etwas zu viel Schwung öffne ich die Tür. Tatsächlich: Da steht sie.

Überrascht, freudig, entsetzt, glücklich – das spiegelt sich alles in Bruchteilen von Sekunden in ihrem Gesicht. Dieses Gesicht, ihr Gesicht. Ich liebe ihr Gesicht!

Ich bin wirklich verliebt!

Uups, jetzt ist es passiert! Die Entscheidung wurde mir abgenommen. »Hallo!«, versuche ich selbstbewusst zu klingen. »Lässt du mich rein? Oder soll ich mir meinen Gute-Nacht-Kuss hier an der Tür abholen?«, höre ich meinen Mund sagen. Irgendwie muss er das am Gehirn vorbei entschieden haben. Denn eigentlich war ich mir noch gar nicht sicher, ob ich das hier will.

Aber nun ist es ja gesagt, also dränge ich mich an ihm vorbei, was sein Erstaunen offenbar noch steigert. Denn bisher hat er noch kein Wort gesagt.

Männer! Erst tun sie ganz wichtig und dann sind sie völlig verunsichert, wenn man es plötzlich so macht, wie sie es sich erhofft hatten.

Meine Fresse, die geht aber ran! Das bringt mich jetzt völlig durcheinander. Wow!

»Äh, möchtest du vielleicht etwas trinken? Ja, natürlich möchtest du. Äh, nein, nicht die Zimmerbar, ich habe einen schönen Rotwein besorgt. Und ich denke, du magst Rotwein, habe ich das richtig eingeschätzt?«

Sie nickt zustimmend, Gott sei Dank!

Ich schenke zwei Gläser ein, gehe zu ihr, sie kommt mir entgegen, nimmt ihr Glas, wir trinken, schauen uns in die Augen. Dann nimmt sie mir das Glas ab, stellt beide ab, schlingt ihre Arme um mich, nähert sich meinem Mund und küsst mich. Ich bin im siebten Himmel. Sie küsst mich, und wie sie mich küsst!

Wenn ich schon die Führung übernommen habe, kann ich es auch gleich weiter tun. Warum lange um den heißen Brei herumreden? Ich bin hier. Wir wissen beide, was wir wollen, also warum lange Zeit verschwenden?

Er gefällt mir ausnehmend gut, und die Gefahr, dass das durch lange Gespräche zunichtegemacht werden könnte, will ich gar nicht eingehen.

Er küsst aber auch wirklich gut. Als ob er genau weiß, wie ich es mag. Und er riecht so gut!

Langsam tasten sich meine Hände beidseitig unter ihre Bluse. Ich spüre Haut, samtene Haut, ihre Haut. Und die weichen Polster auf ihren Hüften. Herrlich. Und ich lasse meine Hände fühlen und kneten.

Wahrscheinlich denkt sie jetzt gleich, oh Gott, sie sei zu dick. So ein Quatsch. Zu den schönen Proportionen einer Frau gehören auch wohlgeformte, weiche Hüften. Ich mag Frauen mit Kurven!

Bestimmt denkt er jetzt, mein Gott, ist die fett! Hätte ich die Diät, die ich vorhatte, bloß durchgeführt. Oh, fühlt sich das gut an, wie er mich streichelt, knetet, als ob er seinen Spaß daran hat. Scheint ihm zu gefallen. Ich kann es ja eh jetzt nicht ändern, also gebe ich mich einfach seinen Händen hin. Diesen zärtlichen Händen, ich kann es gar nicht erwarten, seine Hände überall zu spüren. Ob er meine Brust genauso gerne kneten wird? Und meinen Po?

Ihr Körper, der sich an den meinen presst. Ihr feuchter Kuss auf meinen Lippen. Zärtlich und auch fordernd zugleich.

Sein Körper fühlt sich aber auch gut an. Was ich da unter seinem T-Shirt taste, scheint zum großen Teil aus sehnigen Muskeln zu bestehen. Okay, ich will nicht gleich übertreiben, meine Fantasie geht vielleicht mit mir durch. Bin neugierig, wie es unter dem Shirt aussieht.

Und schon beobachte ich mich dabei, wie ich mich an seiner Gürtelschnalle zu schaffen mache.

Oh, sie geht ja ran! Jetzt öffnet sie mir schon die Hose. Nein, nur den Gürtel. Und was jetzt? Sie geht einen Schritt zurück, öffnet ihre Hose, streift sie samt Slip herunter und legt sich auf das Bett. Langsam fängt sie an, ihre Bluse von unten her aufzuknöpfen und guckt mich herausfordernd an.

Ich ziehe mir das T-Shirt über den Kopf und nähere mich dem Bett, klettere über ihre Beine, bis ich in Höhe ihrer Scham bin, senke meinen Kopf und küsse ihre Oberschenkel.

Scheint zu funktionieren. Jetzt nehme ich mir einfach, was ich möchte. Warum soll die Frau nicht klar anmelden, was sie will? Ach, ich spüre schon seinen Atem, wie er meine Vagina umkreist, sehr erregend. Ich greife in seine Haare, leite ihn genau dahin, wo ich ihn haben will, und schmelze dahin. Seine zärtlichen Lippen küssen mich dort genauso sanft und zärtlich, wie er es mit meinem Mund gemacht hat. Oh, und jetzt kommt die Zunge zum Einsatz. Ja, ruhig mit etwas mehr Druck! Ich signalisiere über meine Hände an seinem Kopf, dass er es ruhig etwas fester angehen lassen kann.

Der Rotwein und der Geschmack ihrer Vagina vermischen sich zu einem besonderen Saft. Ich versuche zu erforschen, wie sie es mag. Und glücklicherweise signalisiert sie mir es auch. Ihre Hände in meinen Haaren, wie sie ihr Becken bewegt, wie sie sich zu mir drängt, oder entzieht. Es mag wohl richtig sein, denn sie fängt leise an zu stöhnen, sich wollüstig zu winden und außerdem immer feuchter zu werden.

Oh, macht er das gut! Er scheint genau zu wissen, wie ich es mag.

Und überhaupt, dass ich mich gleich einem Mann so hingebe, so intim offenbare, das ist doch nicht normal! Und jetzt liegt sein Kopf zwischen meinen Beinen und ich genieße seine Zunge, seine Lippen, und jetzt scheint er auch noch seine Finger ins Spiel zu bringen. Oh ja, dring tiefer, so machst du das genau richtig!

Während meine Finger langsam die Arbeit übernehmen, löse ich mich von ihrem Schoß. Mit zärtlichen Küssen taste ich mich höher, erreiche ihren Bauch. Ihren weichen Bauch mit so unendlich zarter Haut. Was für ein Genuss!

Ich krabble etwas höher, immer darauf bedacht, sie weiterhin mit einer Hand zu stimulieren. Die andere tastet sich unterdessen vor. Ihre Bluse ist noch immer nur halb aufgeknöpft, jedoch zeichnen sich ihre Brüste deutlich unter dem Stoff ab. Sie trägt offenbar keinen BH, sie scheint es auch nicht nötig zu haben. Oh, wie mich diese Wölbungen erregen. Gleich wird meine Hand diese wunderbare Erhebung ertasten. Wie fest wird sie sich anfühlen? Welche Reaktion wird ihre Brustwarze zeigen? Wird sie sich unter meiner Berührung verhärten? Sie zu fühlen, wird das Eine sein, sie anzusehen, die nächste Freude.

Ja, küss mich! Küss mich überall! Mein Bauch ist schon ein guter Anfang, aber ich will dich überall spüren. Ja, lass deine Hände zu meinen Brüsten wandern, knete sie! Kneif meine Brustwarzen, küss sie, leck sie, sauge an ihnen! Seine Hand macht das sehr gut, besser könnte ich es auch nicht. Aber er ist ein Mann. Es gibt noch ein anderes Körperteil, nach dem sich nun mein Körper sehnt. Meine Hand tastet nach seinem Bein, berührt die gespannten Muskeln unter der Jeans, wandert das Bein entlang und findet seinen Schritt.

Der Stoff spannt sich straff über das Innenleben. Meine Neugierde ist unendlich. Ich schaffe es, den Knopf zu öffnen und den Reißverschluss etwas aufzuziehen. Die Spannung ist unerträglich.

Ich löse mich kurz von ihr, diesem besonderen Schatz, streife meine Jeans ab. Der Stoff spannte auch schon unerträglich. Endlich befreit, aber auch etwas unsicher, und begebe mich wieder in die gleiche Position.

Meine Hände finden schnell wieder die Körperstelle. Ich knete seinen Hodensack und bei meiner Berührung spannt sich sein Körper an. Sein Rücken drückt sich durch, er hebt seinen Kopf, die Augen geschlossen, genießend. Jetzt blicken wir uns an, das erste Mal, seit ich ihn zwischen meine Beine geführt habe. Er lächelt mich an. In seinen Augen lese ich Dankbarkeit – und so viel Güte. Dieser Mann nimmt nicht einfach. Dieser Mann will geben.

Mit der freien Hand öffne ich die letzten beiden Knöpfe meiner Bluse, streife sie zur Seite, entblöße meine Brust, umfasse sie und präsentiere sie ihm fest und prall zur Begutachtung. Meine Brustwarzen schreien vor Erregung. Spitz aufgerichtet warten sie auf seine Berührung. Sein Blick glüht vor Geilheit, ich genieße seine Bewunderung. Schließlich übernimmt seine Hand meinen Griff, umschließt meine Brust, knetet sie, prüft ihre Beschaffenheit. Aufgestützt auf dem Ellenbogen senkt sich schließlich sein Kopf. Seine Zunge berührt meinen steifen Nippel, spielt mit ihm, bis sich schließlich seine Lippen um die Warze legen und er beginnt so gefühlvoll daran zu saugen, dass ich in meiner Erregung seine Hoden wohltuend fest drücke, denn er stöhnt kurz auf und saugt dann noch heftiger.

Sie öffnet die letzten Knöpfe ihrer Bluse. Ich bin so gespannt und wahnsinnig erregt. Ihre Hand an meinen Eiern tut ihr Übriges. Neugierig warte ich darauf, dass sie ihre Bluse zur Seite zieht. Und was sehe ich? Sie präsentiert mir die herrlichste Brust, die ich mir nicht schöner erträumt haben könnte. Ihre Hand schiebt mir ihr pralles helles Fleisch entgegen, gekürt von einer großen Brustwarze, die sich dunkel abzeichnet. Der Hof kräuselt sich in Erregung, die Warze streckt sich mir entgegen. Meine Hand übernimmt den Griff der ihren, ich taste festes zartes Fleisch, eine samtene Haut, meine Zunge berührt schließlich ihre Warze, die noch fester zu werden scheint, bis ich meine Lippen über sie stülpe und an ihr sauge. Ein fester Griff an meinen Hoden lässt mich kurz zusammenzucken. Es scheint ihr zu gefallen, was ich mache.

Ich bringe mein Becken in eine etwas andere Position, damit sie mein bestes Stück ergreifen kann, das sich nach ihren Händen sehnt.

Geschickt ändert er seine Position, sodass mir seine Hoden entgleiten. Stattdessen bekomme ich seine ganze Pracht in die Hand gelegt. Ich scheine ihn ja wirklich sehr zu erregen. Ich umschließe seinen prall erigierten Penis. Die Haut gleitet folgsam mit, als ich meine Hand ein paarmal vor- und zurückbewege. Mit den Fingern taste ich seine Eichel ab, diese Spitze von zarter, weicher Konsistenz. Wie hat sich die Natur dieses Gebilde so wundersam einfallen lassen. Und dass es einer Frau so viel Lust bereiten kann!