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AUSSERDEM BEI PANINI ERHÄLTLICH

Star Wars: Poe Dameron – Freier Fall

Alex Segura – ISBN 978-3-8332-3942-7

Star Wars: Bürde der Königin

E. K. Johnston – ISBN 978-3-8332-3941-0

Star Wars: Schatten der Königin

E. K. Johnston – ISBN 978-3-8332-3636-5

Star Wars: Ahsoka

E. K. Johnston – ISBN 978-3-8332-3450-7

Star Wars: Meistgesucht

Rae Carson – ISBN 978-3-8332-3637-2

Star Wars: Journey to Star Wars: Der Aufstieg Skywalkers –
Der Sammler

Kevin Shinick – ISBN 978-3-8332-3831-4

Star Wars: Galaxy’s Edge – Schicksalsschlag

Zoraida Córdova – ISBN 978-3-8332-3830-7

Star Wars: Leia, Prinzessin von Alderaan

Claudia Gray – ISBN 978-3-8332-3569-6

Star Wars: Blutlinie

Claudia Gray – ISBN 978-3-8332-3354-8

Star Wars: BATTLEFRONT: Twilight-Kompanie

Alexander Freed – ISBN 978-3-8332-3259-6

Star Wars: BATTLEFRONT II: Inferno-Kommando

Christie Golden – ISBN 978-3-8332-3568-9

Star Wars: THE OLD REPUBLIC – Eine unheilvolle Allianz

Sean Williams – ISBN 978-3-8332-2036-4

Star Wars: THE OLD REPUBLIC – Betrogen

Paul S. Kemp – ISBN 978-3-8332-2249-8

Star Wars: THE OLD REPUBLIC – Revan

Drew Karpyshyn – ISBN 978-3-8332-2373-0

Star Wars: THE OLD REPUBLIC – Vernichtung

Drew Karpyshyn – ISBN 978-3-8332-2608-3

Nähere Infos und weitere Bände unter:

www.paninibooks.de

GESCHICHTEN VON LICHT
UND DUNKELHEIT

Geschrieben von

Lou Anders · Tom Angleberger · Preeti Chhibber ·
E. Anne Convery · Zoraida Córdova · Sarah Beth Durst ·
Jason Fry · Yoon Ha Lee · Rebecca Roanhorse ·
Anne Ursu · Greg van Eekhout

Herausgegeben von
Jennifer Heddle

Bibliografische Information der Deutschen Nationalbibliothek
Die Deutsche Nationalbibliothek verzeichnet diese Publikation in
der Deutschen Nationalbibliografie; detaillierte bibliografische Daten
sind im Internet über http://dnb.d-nb.de abrufbar.

Titel der Amerikanischen Originalausgabe: „Star Wars: The Clone Wars – Stories of Light and Dark“ published by Disney, Lucasfilm Press, an imprint of Buena Vista Books, Inc., August 2020.

© & TM 2021 LUCASFILM LTD.

Design by Leigh Zieske

Illustrationen von Ksenia Zelentsova

Deutsche Ausgabe 2021 by Panini Verlags GmbH, Schloßstr. 76,

70176 Stuttgart. Alle Rechte vorbehalten.

Geschäftsführer: Hermann Paul

Head of Editorial: Jo Löffler

Head of Marketing: Holger Wiest (E-Mail: marketing@panini.de)

Presse & PR: Steffen Volkmer

Übersetzung: Jan Dinter

Lektorat: Marc Winter

Umschlaggestaltung: tab indivisuell, Stuttgart

Satz und E-Book: Greiner & Reichel, Köln

YDSWSS001E

ISBN 978-3-7367-9889-2

Gedruckte Ausgabe:

1. Auflage, Januar 2021,
ISBN 978-3-8332-4014-0

Findet uns im Netz:

www.starwars.com

www.paninibooks.de

PaniniComicsDE

INHALT

Einleitung

Das gleiche Gesicht von Jason Fry

Die Ergreifung des Count von Lou Anders

Das Geiseldrama von Preeti Chhibber

Das Streben nach Frieden von Anne Ursu

Der Schatten von Umbara von Yoon Ha Lee

Banes Geschichte von Tom Angleberger

Die verlorene Nachtschwester von Zoraida Córdova

Dunkle Vergeltung von Rebecca Roanhorse

Beinahe eine Jedi von Sarah Beth Durst

Kenobis Schatten von Greg van Eekhout

Bug von E. Anne Convery

EINLEITUNG

Star Wars: The Clone Wars spielt zwischen Angriff der Klonkrieger und Die Rache der Sith und wurde zum bahnbrechenden Ereignis, das die ohnehin schier unermesslichen Grenzen der Star Wars-Galaxis noch stärker erweiterte. Von George Lucas kreiert und später unter alleiniger Leitung von Dave Filoni weitergeführt, schenkte uns The Clone Wars neue Abenteuer vieler Figuren, die wir bereits kennen- und lieben gelernt hatten, darunter Obi-Wan Kenobi, Anakin Skywalker und Padmé Amidala. Doch auch neue Figuren, die umgehend Kultstatus erlangten, wurden eingeführt, wie etwa Cad Bane oder Ahsoka Tano. Mit mehr als 120 über viele Jahre hinweg produzierten Episoden konnte die Serie tiefere emotionale Bindungen zwischen den Figuren aufbauen, als es jemals zuvor möglich war. Und trotz der Ereignisse von galaxisweiter Bedeutung, die um sie herum stattfinden, sind es die Figuren selbst, deretwegen Fans immer wieder in diese Geschichten eintauchen werden. Die Helden, die wir lieben, und die Schurken, die wir zu hassen lieben, sind der Kitt, der alles zusammenhält, während wir den Untergang der Republik durch ihre Augen erleben.

Elf außergewöhnliche Autoren haben sich eingefunden, um einige der unvergesslichsten Momente aus der Serie nachzuerzählen, wobei jede Geschichte aus dem Blickwinkel einer Figur erzählt wird, die sie miterlebt hat. Von Jason Fry, der aus der Sicht von Yoda die Anfangstage des Krieges rekapituliert, über Rebecca Roanhorse, die sich Darth Mauls verzweifelter Zeit auf Lotho Minor annimmt, bis hin zu Greg van Eekhout, der Obi-Wans tragischen Verlust auf Mandalore beschreibt – mit den Geschichten in diesem Band erleben wir auf neue Weise einige der vielen aufregenden Geschichten aus The Clone Wars, die wir niemals vergessen werden. Und all jene, die die Serie noch nicht kennen, dürfen sich das erste Mal an diesen außergewöhnlichen Augenblicken erfreuen. Abgerundet wird die Sammlung von einer brandneuen Geschichte rund um die Nachtschwestern von Dathomir, die E. Anne Convery beisteuerte (die als Ehefrau Dave Filonis eine ganz eigene Perspektive mit einbringt). Ich hoffe, ihr verfallt dem Zauber.

Jennifer Heddle

Es war einmal vor langer Zeit in einer weit,
weit entfernten Galaxis …

DAS GLEICHE GESICHT

Jason Fry

Yoda hatte in über acht Jahrhunderten im Dienste des Jedi-Ordens etliche Planeten besucht. Damals, in seinen Anfangstagen als Padawan, hätte er sie alle namentlich aufzählen können. Heute erinnerte er sich nicht einmal mehr daran, wie viele er überhaupt gesehen hatte, aber es mussten Zigtausende gewesen sein.

Doch ganz gleich, wie sehr die Mission drängte, wenn Yoda eine neue Welt besuchte: Yoda ließ sich stets einen Moment Zeit, um sich vollends der Macht zu öffnen. Er ließ seine Sinne von der Lebensenergie um ihn herum überströmen – und an jedem Ort, den er besuchte, fand er Schönheit und Zauber. Manchmal musste er danach suchen, angestrengt suchen, aber sie waren immer da, und über die Jahrhunderte war er zu dem Schluss gekommen, dass sie ein Erzeugnis des Lebens sein mussten, zwei weitere Ausdrucksformen der sich ständig wandelnden Macht.

Auf Rugosa musste er sich nicht sonderlich anstrengen, um Schönheit und Zauber zu finden. Von dem Augenblick an, in dem seine Rettungskapsel auf dem sandigen Boden aufsetzte, war beides überall um ihn herum. Korallenbäume streckten von hochgewachsenen Stämmen rote, gelbe und violette Äste in die Luft, während knollenförmige Korallengewächse, die Yoda an riesige Früchte erinnerten, den Sand sprenkelten. Die Luft schmeckte salzig und roch nach einem Ozean, obwohl der Mond schon lange keinen mehr besaß. Über ihm im farbenfrohen Geäst flackerten die hauchzarten Flügel winziger Kreaturen im wässrig gelben Sonnenlicht.

Während Yoda sich auf seinen Stock stützte und sich umsah, trugen drei Klonsoldaten Gewehre und Ausrüstung aus der Rettungskapsel. Yoda fragte sich, ob Thire, Rys und Jek die kleinen Flugwesen bemerkt oder sich den Korallenwald ringsum angeschaut hatten. Falls ja, sahen die drei Klone ihn auf unterschiedliche Weise? Oder war ihre Wahrnehmung so identisch wie der genetische Code, den sie gemein hatten? Diese Klonkrieger waren etwas Neues für ihn – ebenso wie der Gedanke, dass er ihr General war und sie seinem Befehl unterstanden.

Yoda fand diesen Gedanken nicht besonders wünschenswert. Doch jetzt, da die Galaxis in einem Krieg versank, war es seine Pflicht, sie anzuführen. Katuunko, der toydarianische König, war irgendwo in der Nähe und erwartete sie unter einem großen, baumartigen Gebilde aus Korallen. Yodas Mission bestand darin, mit Katuunko ein Abkommen auszuhandeln, um auf Toydaria eine Basis der Republik zu errichten.

Die Separatisten ihrerseits hatten von dieser Mission erfahren und ein Sonderkommando entsandt, um Yodas Schiff abzufangen und ihn vom Treffpunkt fernzuhalten. Tatsächlich war ihnen dies zunächst gelungen, doch noch war Yodas Mission nicht gescheitert. Er und die drei Klone waren in einer Rettungskapsel entkommen, fest entschlossen, das Treffen mit Katuunko einzuhalten.

„Lieutenant“, sagte Yoda, und Thire nahm Haltung an und salutierte. „Einen Kontakt zu König Katuunko Sie herstellen müssen. Mit ihm sprechen ich muss.“

„Sofort, General“, erwiderte Thire, und Yoda konnte seinen Tatendrang als emotionalen Impuls in der Macht spüren. Tatsächlich verströmten alle drei Klone diesen Tatendrang. Man hatte sie dem Diplomatischen Geleitschutz zugeteilt und nach Coruscant geschickt, doch die galaktische Hauptwelt lag weit von den Fronten des Krieges entfernt und sie wollten sich unbedingt im Kampf beweisen. Als könnten Tod und Zerstörung Bedeutsamkeit beweisen und wären etwas anderes als eine Tragödie.

Doch manche Tragödien ließen sich nicht verhindern. Die Galaxis befand sich im Krieg – einem Krieg, an dessen Verhinderung Yoda und der Jedi-Orden zunächst gescheitert waren und als dessen Beteiligte sie sich nun wiederfanden. Es war wichtig, diesen Krieg so schnell und so schmerzlos wie möglich zu beenden.

Thire kniete sich mit einem Holoprojektor in der Hand hin. Das Bild König Katuunkos – kleine Flügel, Schwimmhäute an den Füßen und der füllige Bauch eines Toydarianers von hohem Status – erwachte in der Handfläche des Klonsoldaten flackernd zum Leben.

„Eine Freude es ist, Eure Stimme zu hören, Euer Hoheit“, sagte Yoda. „Meister Yoda vom Rat der Jedi ich bin.“

„Meister Jedi, ich dachte, Count Dooku hätte Euch vielleicht verschreckt“, erwiderte Katuunko.

„Aufgehalten ich wurde, aber nicht allzu weit entfernt ich jetzt bin“, sagte Yoda. „Nicht gewusst ich habe, dass Count Dooku auch hierher eingeladen war.“

„Der Count hat sich selbst eingeladen. Er versicherte mir, dass seine Armee meiner Welt in Zeiten des Krieges mehr Schutz bieten könne, als ihr Jedi es könnt.“

Thires Schultern versteiften sich vor Wut, während Rys und Jek Blicke wechselten.

Yoda brachte die Klone mit ernstem Blick zur Ruhe. „Hmm. Darüber das letzte Wort nicht gefallen ist“, sagte er zu Katuunko.

„Euer Majestät verlangt unter Umständen mehr als nur Worte“, unterbrach eine weitere Stimme – eine schmeichelnde Stimme, aus der jedoch pure Drohung troff. „Wenn Yoda tatsächlich der Jedi-Kämpfer ist, für den Ihr ihn haltet, soll er es Euch beweisen. Erlaubt mir, dass meine besten Truppen ihn zu fassen versuchen. Wenn er entkommt, schließt Euch der Republik an. Aber sollten meine Droiden über Yoda siegen, geht Ihr eine Allianz mit den Separatisten ein.“

Katuunko drehte seinen Holoprojektor, um die schlanke, geschmeidige Gestalt von Asajj Ventress ins Bild zu rücken, deren Augen sich blau glühend von ihrer knochenweißen Haut abhoben.

Hmm. Dookus Schülerin, dachte Yoda. Das war also seine Widersacherin. Er hatte gehofft, das Gesicht von Dooku persönlich zu sehen. Der Anführer der Separatisten war einmal Yodas Padawan gewesen, und falls es Yoda gelang, ihn wieder zurück zur hellen Seite zu ziehen, würde der Krieg ohne weiteres Elend und Verderben enden. Doch anscheinend sollte diese Begegnung nicht stattfinden.

Katuunko starrte Ventress an. „Ich habe Meister Yoda nicht hierhergebeten, um ihn auf die Probe zu stellen.“

Yoda konnte spüren, wie Ventress’ Zorn Wellen durch die Macht trieb, so als hätte ein Jüngling einen schweren Stein in einen stillen Teich geworfen. Doch unter ihrer Wut spürte er puren Schmerz und das Verlangen nach Anschluss, nach Zugehörigkeit. Es war bedauerlich, dass Dooku Ventress geschickt hatte, statt sich Yoda selbst zu stellen. Aber vielleicht konnte der Schülerin eine Lehre erteilt werden, die ihr half, einen anderen Weg zu finden als den zerstörerischen, den ihr Meister für sie gewählt hatte.

Ein willkommenes Ergebnis das wäre. Eine Gelegenheit uns zuteilwurde.

„Die Herausforderung ich annehme, Euer Hoheit“, sagte Yoda zu Katuunko und richtete den Blick dann auf Ventress. „Bei Einbruch der Dunkelheit ich komme.“

Die Übertragung endete.

Yoda ließ den Blick von den rosafarbenen Korallenästen in den gelben Himmel wandern. Die Flugwesen, so erkannte er jetzt, waren junge Neebray-Mantas. Rugosa musste eine Brutstätte für sie sein, der Ausgangspunkt ihres Lebensweges. Wenn die Neebrays so weit waren, würden sie ihre lange Wanderung quer durch das All antreten. „Wunderschön dieser Mond ist, hmm?“, meinte er zu den Klonen. „Erstaunlich, das Universum.“

Ein Schatten legte sich über sie. Ein Landungsschiff der Separatisten zog mit summenden Triebwerken über ihnen hinweg, und Yoda spürte die Vibrationen in den Knochen seines Schädels – ein unangenehmes Gefühl, das beinahe schmerzte. Als Thire die Unterseite des Schiffes betrachtete, hob er instinktiv sein Blastergewehr.

„Da passt ja ein ganzes Bataillon rein“, sagte Rys, während er beobachtete, wie das Schiff bei dem riesigen Korallenbaum herabsank, unter dem Katuunko wartete. „Wahrscheinlich bis an die Zähne bewaffnet.“

„Wir haben was zur Begrüßung“, versprach Jek und schwenkte seinen tödlichen Rotationsblaster.

„Nur das Nötigste mitnehmen“, sagte Yoda zu den Klonen. „Zu viel Gewicht Sie nur aufhalten wird. Ventress vernichten Ihre Waffen nicht können. Auf, auf, Lieutenant – beeilen wir uns müssen!“ In langsamen Schritten, bei denen er sich auf seinen Stock stützte, entfernte er sich von der Rettungskapsel.

„Sir, zum Treffpunkt geht es dort entlang“, wandte Thire ein.

Yoda spürte das Unbehagen und den Widerwillen des Klonsoldaten, einen ranghöheren Offizier infrage zu stellen. Er musste gegen seinen Instinkt handeln, um deutlich zu machen, was er für einen Fehler hielt. „Wie auch zu unserem Feind“, erklärte Yoda ihm daher ruhig. „Zu unserem Ziel den direkten Weg wir nicht gehen werden.“

Die Zweifel der Klone waren deutlich spürbar, als sie zusahen, wie Yoda tiefer in den Korallenwald ging. Aber sie folgten ihm, ganz die gehorsamen Soldaten, die sie waren.

Das Landungsschiff setzte Panzer ab. Irgendwo hinter sich und den Klonen konnte Yoda das Summen ihrer Repulsorlifte hören – und dann vernahm er auch das Prasseln ihrer Blasterkanonen. Er drehte um und erklomm eine Felskuppe, um weiter sehen zu können. In Erwartung eines Kampfes gingen die Klone neben ihm in Stellung, und Thire klappte sein Elektrofernglas herunter.

„Gelassen bleiben, meine Freunde“, sagte Yoda. „In Reichweite wir nicht sind.“ Er spürte ihre Enttäuschung, ignorierte sie aber. Die Zeit zu kämpfen würde bald kommen, doch jetzt war es noch nicht so weit. Sich kopfüber in die Schlacht zu stürzen, würde nur Ventress in die Hände spielen.

Die Separatistenpanzer blieben abrupt am Rand des Korallenwaldes stehen. Einer versuchte hindurchzubrechen, blieb aber rasch stecken.

„Stark die Korallen auf diesem Mond sind“, erklärte Yoda und gönnte sich einen Augenblick, um die gesprenkelten Muster zu bewundern, in denen das Sonnenlicht durch das Geäst über ihnen herunterschien. „Und überall als unverwüstlich das Leben sich erweist.“

Thires Elektrofernglas surrte, während er nach ihren Verfolgern Ausschau hielt. „Mit ihren Panzern kommen sie da nicht durch“, stellte er fest.

„Sehen Sie? Größe ist nicht alles, hmm? Die kleinere Truppe wir sind, dafür größer im Geist.“ Yoda legte einen Finger an die Stirn und kicherte, dann führte er die Klone tiefer in den Wald. Ein paar Minuten später hielt Thire ihn auf. Yoda wusste bereits, was er sagen würde.

„Sir, zwei Patrouillen nähern sich zu Fuß“, meldete Thire.

Yoda spürte, dass der Klon sich sorgte um das, was er, der Jedi, beschließen würde. „Der Zeitpunkt ist da, zu begegnen dem Feind, Lieutenant“, sagte Yoda. „Im Hinterhalt wir lauern werden.“ Er konnte die Erleichterung der Klone spüren – und ihre Begeisterung über die Gelegenheit, zu kämpfen.

„Wir greifen ihre südliche Flanke an“, befahl Thire.

„Verstanden“, entgegnete Rys. „Auf geht’s!“

Während die Klone eilends in Position gingen, machte sich Yoda in die andere Richtung auf, noch tiefer in den Korallenwald hinein. Er hörte das scharfe Zischen von Blasterfeuer – sowohl von den Waffen der Klone als auch von denen der Kampfdroiden der Separatisten. Er wartete, bis sich das Trampeln der metallenen Droidenfüße näherte, dann flitzte er vor ihnen vorbei und kicherte, während ihre Blasterschüsse über ihm durch die Luft zischten.

Yoda ließ sich von der Macht durchströmen, bat sie, ihn in die Höhe zu heben und ihm eine Geschwindigkeit zu verleihen, die ihm das Alter schon vor langer Zeit genommen hatte. Er spürte die Kräfte der Macht um sich herum, und wie sie ihn durchdrangen und davontrugen wie ein rauschender Fluss. Die Droiden stellten keine Gefahr dar – er sah jede ihrer Bewegungen voraus, und es waren ihrer nicht genügend, um es mit seiner Wahrnehmung und seinen Reflexen aufnehmen zu können. Glucksend huschte er auf einen Korallenast über ihnen.

Bestrebt, ihn aufzuspüren, teilten sich die Droiden auf, wodurch sie noch leichter zu zerlegen waren. Einen Moment später hörte Yoda das Jaulen von Jeks Rotationsblaster. Das Geräusch stieg zu einem Heulen an, mit dem die Kanone Plasmaschüsse auf die unglückseligen Maschinen spuckte. Einen Augenblick später kehrte wieder Ruhe im Korallenwald ein, und Yoda fühlte eine Welle des Selbstvertrauens durch die Macht wogen. Jek hatte die Droiden zerstört. Doch Yoda spürte, dass sich ihnen eine noch ernstere Gefahr näherte.

Sechs weitere Kampfdroiden marschierten auf der Suche nach ihm auf die Lichtung in der Tiefe. Yoda wusste, dass er sie rasch ausschalten musste. Er ließ sich auf die Metallschulter eines der Droiden fallen. Die anderen Kampfdroiden drehten sich ungeschickt um und zerschossen den unglückseligen Droiden, während Yoda von ihm heruntersprang. Die Macht trug ihn von Droide zu Droide und erinnerte ihn daran, wie er als Jüngling im Meditationsteich des Jedi-Tempels von Seerosenblatt zu Seerosenblatt gesprungen war. Die Erinnerung ließ ihn schmunzeln, während sich die Droiden gegenseitig zu Schrott zerschossen.

Das Pfeifen und Krachen des Blasterfeuers wurde lauter. Yoda hastete durch den Korallenwald und sah vor sich einen Trupp Superkampfdroiden. Die regulären Kampfdroiden der Separatisten waren staksig und klapprig, aber diese B2s waren grobe Klötze, dazu konstruiert, sich nicht um Schäden zu scheren und jede Gegenwehr auszumerzen. Sie wären für die Klone eine Kragenweite zu groß – und tatsächlich: Yoda sah, wie Thire, unterstützt von Jek, vor den Droiden davonhumpelte. Er sprang über die breiten Schultern der B2s hinweg, ließ sein Lichtschwert herumwirbeln wie ein smaragdfarbenes Feuerrad und landete zwischen Droiden und Klonen. Er schlug einen Blasterschuss zurück zu den B2s, der einen von ihnen zu Boden riss, und folgte den Klonen hinter den Stamm eines umgestürzten Korallenbaumes, wo sie in Deckung gingen.

Thire schnellte hinter dem Stamm hervor und gab einen Schuss ab, der einen weiteren B2 zu Boden riss, musste sich aber sofort wieder ducken, um dem Gegenfeuer zu entgehen. „Was sollen wir jetzt tun, Sir?“, fragte er.

Yoda konnte Schmerz und Furcht aus der Stimme des Klons heraushören. „Hmm.“ Er schaltete sein Lichtschwert aus, setzte sich mit verschränkten Beinen vor die Klone und ignorierte die tödlichen Energieblitze, die über ihre Köpfe hinwegzischten.

„Was macht der General denn da?“, entfuhr es Jek.

Was Yoda machte, war, die Umgebung zu erspüren – die erste Lektion, die er so vielen Jünglingen beigebracht hatte. Das Erste, das er fühlte, waren die Wellen und die Strömungen der Macht, erzeugt von zahllosen winzigen Organismen, die in den Korallenbäumen und in Rugosas Luft und Boden lebten. Das Leben fühlte sich an wie ein gewaltiges Netz aus Energie. Und in diesem Netz konnte Yoda die Klone spüren – ihre Gemüter schienen in der Macht zu leuchten und strahlten Wut und Furcht, Entschlossenheit und Sorge aus.

Die Superkampfdroiden hingegen konnte Yoda nicht spüren – es waren Maschinen, bloße Imitationen des Lebens. Doch er konnte die leeren Flecken fühlen, die sie in der Macht hinterließen, und daher wusste er genau, wo sie waren. Er streckte seine Hand aus und ließ einen der wuchtigen Droiden in die Luft steigen. Dieser bewegte weiter seine Beine und feuerte, während seine Sensoren sich abmühten herauszufinden, was mit ihm geschah.

Mit einer Handbewegung wirbelte Yoda den Superkampfdroiden in der Luft herum, sodass dessen Unterarmkanonen Energieladungen durch seine Droidenkameraden jagten. Die anderen B2s feuerten auf den fehlgeleiteten Droiden und ignorierten dessen Protest, bis er verstummte. Yoda drehte die Hand und nutzte die Macht, um den reglosen Droiden gegen die anderen zu schleudern, mit genügend Wucht, um sie alle zu deaktivieren.

„Ha!“ Thire drehte sich um und sah den Jedi mit neu gewonnenem Respekt an. „Ihr habt uns rechtzeitig gefunden, Sir.“

Yoda blickte zu den drei Klonen auf. „Im Stich gelassen niemand von mir wird.“

Doch noch während der Jedi-Meister dieses Versprechen gab, hörte er das unheilvolle Sirren schnell laufender Motoren. Drei Zerstörerdroiden rollten ins Blickfeld, entfalteten sich zu aufrechter Position, in der sie mit ihren drei Beinen festen Halt fanden, und feuerten aus allen Rohren auf die Klone.

Yoda aktvierte sein Lichtschwert und schlug die Schüsse zu den Droiden zurück. Ihre Deflektorschilde leuchteten violett um sie herum auf, während die Schüsse an ihnen abprallten. Es war ein Kampf, den Yoda und die Klone nicht gewinnen konnten. „Rückzug!“, befahl er den Klonen. „Euch decken ich werde.“

Ihr Widerwillen war deutlich in der Macht zu spüren, aber der Antrieb zu gehorchen war stärker. Jek half Thire, auf die Beine zu kommen und weiterzuhumpeln.

Yoda sprang auf Rys’ Rücken, hielt sich mit einer Hand fest und schlug Schüsse zurück zu den Zerstörerdroiden. Als er einen geeigneten Korallenast entdeckte, lenkte er mit dem Lichtschwert einen der Schüsse darauf, sodass der herabstürzte und den Droiden den Weg versperrte. Kurz darauf piepte Thires Holoprojektor. Yoda starrte auf Katuunkos winzige Gestalt, die in Thires Handfläche aufflackerte.

„Meister Yoda“, sagte der König. „Ich hörte von Euren Schwierigkeiten mit der Droidenarmee.“

„Schwierigkeiten?“, fragte Yoda mit einem Lächeln. „Von Schwierigkeiten ich nichts weiß. Auf unser baldiges Treffen ich mich freue.“

Als sich ihre Rettungskapsel noch in der Luft befand, hatte Yoda eine Schlucht gesehen. Aus der Nähe erkannte er nun, dass es sich um eine Vertiefung zwischen zwei riesigen Korallenriffen handelte, die über die Jahrhunderte gewachsen waren. Sie wand sich hin und her, durchzogen von Tunneln, die tiefer in die Korallen hineinführten. Einer dieser Tunnel wäre ein ausgezeichneter Zufluchtsort, während Yoda darauf wartete, dass die Separatisten zu ihnen aufschlossen. Als er die Klone hineinführte, spürte Yoda ihren Widerwillen. Der große Baum, bei dem Katuunko auf sie wartete, lag in einer anderen Richtung, und der Gedanke, sich zurückzuziehen, ärgerte sie.

„Sollen wir da wirklich reingehen, General?“, fragte Thire. „Dort gibt es keinen Ausgang.“

„Uns ausruhen wir müssen“, sagte Yoda. In der Schlucht war es kühl, und es wurde noch kühler, als er sie in einen röhrenförmigen Gang führte, der sich durch die Korallen schlängelte. Während Yoda mit seinem Stock den Weg ertastete, schloss er die Augen, vertiefte sich in die Macht und ließ seine Wahrnehmung die Präsenz der Klone streifen. Ihre Gemüter waren aufgeschlossen, und ihre Gefühle waren stark. In der Macht erinnerten sie ihn an Kinder, worüber er lächelte – Yoda behauptete gern, dass er in seinen Jahrhunderten als Jedi mehr von Jünglingen als von Jedi-Meistern gelernt hatte.

Die Klone sehnten sich nach Anerkennung und wollten es ihrem Befehlshaber recht machen. Aber sie sorgten sich, dass sie nicht in der Lage wären, ihre Mission zu erfüllen und am Ende beschämt dastehen würden. Versagen bedeutete, sich als unwürdig zu erweisen – vor ihrem General und vor allen anderen.

Ein Hmm drang aus Yodas Kehle, während er darüber nachdachte. Der starke Instinkt der Klone, zu gehorchen, beunruhigte ihn ein wenig, insbesondere, da sie Menschen waren.

Laute und ungeduldige Wesen die Menschen sind. Und zu kurz ihr Leben ist. Dahin sie scheiden, gerade wenn an der Schwelle zu wahrer Reife und Weisheit sie sind.

Doch die Klonsoldaten waren keine gewöhnlichen Menschen. Er hatte den Unterschied in dem Augenblick gespürt, in dem er zu Kriegsbeginn auf Kamino ein Kanonenboot bestiegen hatte. Die Klone waren quasi von Geburt an in den Laboren der Kaminoaner verändert worden. Wie Maschinen hatte man sie modifiziert und ihre Gehirne bearbeitet, um sie zu besseren Soldaten zu machen. Und man hatte ihr Wachstum drastisch beschleunigt, wie sich Yoda ins Gedächtnis rief. Wenn sich die Klone in der Macht wie Kinder anfühlten, dann vielleicht, weil sie in gewisser Weise immer noch welche waren.

Für den Krieg gemacht diese Kinder wurden – zu Millionen. Für austauschbar ihre Erschaffer sie halten.

Yoda dachte immer noch darüber nach, als Rys eine tragbare Lampe entzündete und die Waffen beleuchtete, die sie zur Inspektion ausgelegt hatten: drei Blaster, zwei beschädigte Gewehre und einen Raketenwerfer.

„Uns geht die Munition aus, Sir“, sagte Jek. „Wir haben nur noch zwei Granaten und eine Ladung für den Raketenwerfer.“

„Gegen ein ganzes Bataillon?“, fragte Rys. „Vergiss es, wir haben verloren.“

Yoda ermahnte sich, nicht mehr über die Herkunft der Klone nachzugrübeln. Wie beunruhigend er ihr Verlangen nach Führung auch fand, es war nun einmal seine Pflicht, sie anzuführen – und ihre Mission war ebenfalls die seine. Er hob die zwei beschädigten Gewehre auf, legte sie zurecht und entzündete sein Lichtschwert. „Unsere Niederlage so sicher für euch ist, hmm?“, fragte er und senkte die Klinge der Jedi-Waffe, sodass das Metall brodelnd weich wurde. Dann presste er die zerteilten Gewehre aneinander, bis das geschmolzene Metall eine Schweißnaht bildete.

„Bei allem Respekt, General, vielleicht solltet nur Ihr weitergehen“, schlug Thire vor. „Wir versuchen, sie aufzuhalten.“

„Alles vorhanden ist, was wir brauchen, um zu gewinnen“, erklärte Yoda und reichte Thire die provisorische Krücke, die er aus den beiden Gewehren konstruiert hatte. „Kommt und setzt euch. Eure Helme, nehmt sie ab. Eure Gesichter zu sehen, ich wünsche.“

Die Klone zögerten, nahmen aber ihre Helme ab. Im Lampenlicht schimmerten die roten Markierungen ihrer Rüstungen – die Farbe des diplomatischen Dienstes – in einem schlammigen Braun.

„Da gibt es nicht viel zu sehen, Sir“, sagte Thire. Seine Stimme klang, ungefiltert vom Kommunikationssystem des Helmes, voller und tiefer. „Wir unterscheiden uns kaum voneinander. Wir haben alle das gleiche Gesicht.“

„In die Irre euch die Augen führen. In der Macht ganz verschieden jeder von euch ist.“

Yoda stand auf, ging auf Rys zu und klopfte mit seinem Stock gegen den Brustpanzer des Klons. „Rys“, sagte er. „Immer fixiert auf den Feind du bist. Um Erleuchtung zu erlangen, betrachte dich selbst und jene neben dir.“

Jek, seinen Helm mit der roten Finne im Schoß, beobachtete den Jedi-Meister skeptisch.

„Jek“, sagte Yoda. „Besorgt um deine Waffen du bist. Waffen gewinnen ein Gefecht nicht. Im Geiste mächtig du bist, hmm? Ausspielen die Droiden du kannst.“

Dann saß da noch Thire. Ihn quälten Schmerzen und das Bedürfnis sich selbst zu beweisen, nicht nur als einfacher Soldat, sondern auch als Offizier.

„Thire“, sagte Yoda sanft. „Stürze nicht zu eilig in den Kampf. Lange dauert der Krieg. Nur wer ihn überlebt, ihn gewinnen wird.“ Der Jedi hockte sich wieder hin und betrachtete die drei Krieger im warmen, orangefarbenen Licht der Lampe. „Klone ihr sein mögt, aber die Macht in allen Lebewesen wohnt“, erklärte er. „Nutzen ihr sie könnt, um den Geist zu besänftigen.“

Die Klone sahen sich an, und Yoda spürte ihre Nervosität schwinden, ersetzt durch ein Gefühl von Frieden und Bestimmung. Wieder musste der Jedi-Meister lächeln – er hatte ihnen ihre erste Lektion gelehrt. Einen Moment später erzitterte die Höhle um sie herum, ein Beben, dem das unverkennbare Rumpeln herannahender Separatistenpanzer folgte. Ventress’ Droiden hatten sie gefunden.

Gefolgt von den drei Klonen, wählte Yoda sorgfältig den Weg aus ihrem Unterschlupf hinaus. Eine Reihe Panzer arbeitete sich unter ihnen durch die Schlucht vor, begleitet von Kampfdroiden-Infanterie.

„Panzer“, murmelte Rys. „Wollen sie uns damit beschießen?“

„Ja, aber ich habe nur einen einzigen Schuss übrig“, meinte Jek.

Yoda sah sich die Droiden an. „Sie begrüßen ich werde.“

„General, Ihr wollt Euch doch nicht die ganze Kolonne allein vornehmen?“, fragte Thire, auf seine Krücke gestützt.

„Aber euch drei doch noch unterlegen sie sind“, sagte Yoda mit einem Glucksen. „Erkennen ihr werdet, wenn Hilfe ich brauche.“

Als Yoda hinabsprang in die Schlucht, entdeckte er Rippen, die aus den Korallen ragten, alt genug, um sich von Knochen in Stein verwandelt zu haben. Und sie waren riesig – die versteinerten Knochen irgendeines Seeungeheuers, das Rugosa seine Heimat genannt hatte, vor der großen Katastrophe, die seine Ozeane weggekocht hatte. Ein Schwarm Neebrays hatte die Rippen bevölkert. Sie hockten auf ihnen und breiteten ihre Flügel in der Spätnachmittagssonne aus.

Vergangenes Leben nährt zukünftiges Leben. So immer es ist mit der Macht.

Yoda warf einen kurzen Blick auf die herannahenden Panzer, dann setzte er sich mit verschränkten Beinen mitten in die Schlucht, atmete aus und schloss die Augen. Er ignorierte das Rumpeln der Antriebe und erweiterte seine Wahrnehmung. Die Neebrays glühten wie Funken darin, gierten ausgelassen lebendig nach Wärme und Nahrung. Er lächelte und ließ seinen Geist weitertreiben. Über ihm waren die Klone. Noch weiter weg streifte sein Geist den kühlen Verstand von Katuunko und den Knoten aus Wut und Verlangen, der Asajj Ventress abbildete.

Die Panzer hatten den Jedi beinahe erreicht, und die Furcht der Neebrays war spürbar, als sie davonflogen. Dann verstummte der Lärm der Panzer, und das Geplapper verwirrter Kampfdroiden trat an dessen Stelle. „Erschießt ihn!“, rief Ventress, die über einen Holoprojektor zu hören war. „Erschießt ihn sofort!“

Die Zeit der Meditation war vorbei. Yoda öffnete die Augen, ließ sich von der Macht in die Höhe schnellen und sprang über den Kanonenlauf des Führungspanzers. Er berührte ihn gerade lange genug, um sein Gleichgewicht zu finden und das Lichtschwert zu zünden, dann ging er auf einen Trupp Kampfdroiden los, der von seiner smaragdfarbenen Klinge zerlegt wurde. Gleich darauf befand er sich unter dem Panzer und schnitt einen sauberen Kreis in dessen Unterseite.

Im Panzer roch es übel nach Schmiermittel und Treibstoff. Yodas Lichtschwert leuchtete auf, geführt von der Macht. Zwei Droiden flohen aus der Heckluke, und er streckte seine Hand aus, um sie zurückzuziehen wie Metallspäne zu einem Magneten. Dann war er auch schon oben auf dem Panzer und schleuderte Droidenteile in die Luft.

Die Droiden stellten keine Gefahr dar, aber das Ganze dauerte zu lang. Yoda sprang von Droide zu Droide, bis er auf dem Kanonenlauf des nächsten Panzers landete. Der feuerte und traf ein anderes Separatistenfahrzeug, aber Yoda würdigte die Zerstörung nicht eines Blickes. Er war zu beschäftigt damit, die obere Luke aufzuschneiden.

Schon im nächsten Moment war der Panzer nicht mehr als ein qualmendes Wrack, und Yoda war wieder in Bewegung und zerhackte staksige Kampfdroiden und wuchtige B2s. Er schnitt die Unterseite eines weiteren Panzers auf, spürte Hitze im Genick, als der explodierte, und fand sich mehr als einem Dutzend Zerstörerdroiden gegenüber wieder. Von ihren Schilden geschützt, ließen sie Schüsse auf ihn einprasseln. Yodas Lichtschwert glich einem einzigen Wirbel und schlug die Schüsse in alle Richtungen zurück. Doch es waren zu viele Gegner, selbst für einen Jedi-Meister mit der Macht als Verbündeter.

Der Jedi-Meister spürte eine Woge des Stolzes und der Befriedigung von Thire. Eine Rakete jagte durch den Himmel und krachte in eine riesige Felsnase über den Zerstörerdroiden. Gelöst vom Rand der Schlucht, rauschte sie in die Tiefe und zermalmte die Maschinen.

„Hmm.“ Yoda trat ein paar Schritte zurück, um dem aufquellenden Staub zu entgehen. Thire hatte erkannt, wann er helfend einschreiten musste, ganz wie Yoda es gehofft hatte.

Als die Klone den Grund der Schlucht erreichten, trafen sie ihren General auf einem Korallenblock an, auf dem er im Schneidersitz saß und einen Neebray anlächelte, der auf einem seiner Finger hockte. Noch eine dieser kleinen Kreaturen saß vertrauensvoll auf einem der langen grünen Ohren des Jedi. Droidenteile, von denen manche noch qualmten, lagen um ihn herum verstreut.

Thire sah sich voller Zufriedenheit darüber, was sie vollbracht hatten, um.

„Heute etwas dazugelernt, Lieutenant, hmm?“, fragte Yoda.

„Ich denke, das haben wir alle, General“, sagte Thire.

Die Neebrays breiteten ihre Flügel aus und flogen davon, als Yoda zu den Klonen hinuntersprang.

„Kommt“, sagte er, „viel Zeit wir verloren haben. Nicht höflich es ist, zu spät zu sein.“

so

Ventress’ Augen verengten sich zu Schlitzen, als sie die Lichtschwerter wieder an ihren Gürtel hakte und dabei nach einem Fernzünder griff. Auf den Felsen hoch über ihnen verschlang ein Feuerball Katuunkos Schiff und ließ große Korallenbrocken herabstürzen zu Katuunko, Yoda und den Klonen.

Ventress rannte bereits zu ihrem Schiff, aber Yoda ließ sie ziehen, erhob die Arme und nutzte die Macht, um das polternde Geröll aufzuhalten und zur Seite zu lenken, damit es in sicherer Entfernung gefahrlos zu Boden fiel. „Hmm.“ Yoda sah zu, wie Ventress’ Schiff in den Himmel jagte. „Am Ende sind Feiglinge die, die der dunklen Seite folgen.“

„Ich bedauere, nicht persönlich anwesend zu sein, mein alter Meister“, sagte Dooku mit eisiger Stimme.

„Ich bedauere viel mehr, mein gefallener Schüler“, entgegnete Yoda.

Katuunko blieb seinen Worten treu und bot der Republik an, Toydaria als Standort für eine Basis zu nutzen, verbunden mit dem Versprechen, dass sein Volk Yoda zu Diensten stünde. Yodas Fregatte kehrte alsbald zurück, begleitet von zwei Jedi-Kreuzern. Als die Sonne auf Rugosa unterging, trug ein Kanonenboot Yoda, die Klone und die Toydarianer himmelwärts.

„Mission erfüllt, General“, sagte Thire zufrieden, während ein Medidroide sein verwundetes Bein mit Bacta abtupfte. „Dank Euch.“

„Erfolg allein ich nicht gehabt hätte“, sagte Yoda. „Glück ich hatte, euch drei bei mir zu haben. Aufeinander verlassen wir uns müssen, dann gewinnen den Krieg wir werden.“

Jek blickte von den Kampfdroidensymbolen auf, die er auf den Lauf seines Rotationsgeschützes malte. „Diese Klappergestelle werden nicht mal mitkriegen, was sie erwischt“, schwor er.

„Aber jetzt heißt es erst einmal: zurück nach Coruscant!“, sagte Rys.

Yoda hörte Enttäuschung aus der Stimme des Klons heraus. „Fürs Erste“, sagte er und lächelte die Soldaten an. „Doch wiedersehen wir uns werden. In der Macht ich fühle es.“

Zurück in seiner Kabine auf dem Jedi-Kreuzer, dämpfte Yoda das Licht und setzte sich im Schneidersitz auf den Boden. Schönheit und Zauber gab es hier nicht, nur Kreuzungspunkte von Metall und das Summen von Maschinen in Bewegung, tief verborgen unter der Oberfläche der Dinge.

Yoda drang mit seinen Gefühlen vor und spürte die Gemüter der Klone um sich herum. Ihr Bewusstsein war ähnlich, aber nicht identisch – in der Musik wären sie vielleicht Variationen desselben Themas. Er wusste, sie würden sich weiter auseinanderentwickeln, während sie von unterschiedlichen Erfahrungen geprägt wurden – zumindest jene, die länger lebten. Und doch spürte er überall das gleiche Grundverlangen, Befehlen zu gehorchen, Missionen zu erfüllen, ein guter Soldat zu sein.

Wieder einmal beunruhigte das den Jedi. Er hatte bereits gehört, wie die Senatoren der Republik über die Klone diskutiert hatten, als wären diese organische Droiden, gezüchtet für den Kampf, in der gleichgültigen Aussicht auf ihren Tod – nach dem man sie nicht mehr betrauern würde als Droiden, die in den Schmelzofen kamen.

Individuen die Klone sind. Verstehen und fördern wir das müssen. Sie behandeln wie Maschinen wir nicht dürfen. Tun wir es, viel mehr wir werden verlieren als nur den Krieg.

Yoda versank wieder in Meditation, doch die Gesichter der Klone gingen ihm nicht aus dem Kopf.

Er sah Rys, der leicht überrascht wirkte, mit offenen Augen, die jedoch nichts sahen. Sein Gesicht war gesprenkelt von bunten Klecksen und Flecken – leuchtende Flocken, die sich auf Wangen und Stirn niedergelassen hatten.

Er sah Jek in grün gefleckter Rüstung, eine Hand am Helm, während er seinem Komlink lauschte. Er spürte Jeks Ungläubigkeit und Bedauern – doch einen Augenblick später wurde beides schon von dem Bedürfnis, zu gehorchen, beiseitegespült.

Und er sah Thire, mit einem Helm, von dem ein grellrotes Leuchten ausging. Er suchte etwas. Und mit ihm war noch eine Präsenz spürbar – eine, die sich in der Macht wie ein enormer Sturm voller Bösartigkeit und Gier anfühlte.

Besorgt öffnete Yoda die Augen. Visionen der Zukunft waren eine gefährliche Verlockung. Manch ein Jedi hatte sein Leben der Aufgabe verschrieben, sie abzuwenden, nur um genau das herbeizuführen, was eigentlich hatte verhindert werden sollen. Wie vielen Padawanen hatte er diese Warnung über die Jahre mit auf den Weg gegeben? Tausenden? Zehntausenden?

Wiedersehen wir uns werden.

Zum ersten Mal brachte dieser Gedanke neben Bestärkung auch Befürchtungen mit sich. „Immer in Bewegung die Zukunft ist“, ermahnte sich Yoda. „Wissen du das tust. Beherzigen deine eigenen Lektionen du solltest.“

Die Macht würde ihrem eigenen Willen folgen, und der Jedi-Meister würde weiterhin danach streben, diesen Willen zu verstehen und zu akzeptieren. Nichts anderes hatte er jemals getan. Nichts anderes konnte ein Jedi tun.