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Impressum:

Der geile Doktor | Erotische Geschichte

von Carol Stroke

 

Carol Stroke entführt in ihren Geschichten in die unterschiedlichsten Welten und möchte mit ihren lebensnahen Charakteren und deren Erlebnissen Emotionen hervorrufen – ob es ein Lächeln auf den Lippen ist oder ein wohliges Kribbeln im Körper. Sie liebt es, ihre Leser anfangs auf das vermeintlich Vorhersehbare zusteuern zu lassen, um sie dann mit dem Unerwarteten zu überraschen. Ihr Ziel ist erreicht, wenn die Lust ihrer Charaktere die Lust der Leser zum Höhepunkt treibt.

 

Lektorat: Nicola Heubach

 

 

Originalausgabe

© 2020 by blue panther books, Hamburg

 

All rights reserved

 

Cover: vsmayafoto @ istock.com

Umschlaggestaltung: Matthias Heubach

 

ISBN 9783966412070

www.blue-panther-books.de

Der geile Doktor von Carol Stroke

Ich stand vor diesem Betonbau. Na ja, es war schon ein bisschen pompöser. Genau genommen handelte es sich um ein schickes mehrstöckiges Bürogebäude. Dies änderte aber nichts an meiner schlechten Laune, die ich an irgendjemanden oder an irgendetwas auslassen wollte. Also beschimpfte ich das Bürogebäude in Gedanken weiter als blöden Schickie-Mickie-Bau. Ach, ich war echt armselig! Ich pustete meinen Atem aus, verrollte meine Augen und ging auf die Glastür zu, über der in großen Lettern »Eingang« stand.

»Na klar, ohne die Überschrift hätte ich bestimmt weiter gesucht«, murmelte ich abwertend vor mich hin.

Was machte ich hier überhaupt? Ich für meinen Teil war nicht überzeugt, dass ich irgendein Problem hatte. Aber ich ließ mich von meinen Freundinnen überreden, doch mal einen Therapeuten aufzusuchen, um mir bei der Bewältigung meines zurzeit nicht sehr leichten Lebens helfen zu lassen.

»Blablabla …«, grummelte ich leise.

Nachdem ich die protzige Tür hinter mir gelassen hatte, lief ich auf den Informationsschalter zu. Dort stand eine Barbie, ich meine natürlich, eine nette vollbusige Blondine mit rotbemalten Lippen und Headset an ihrem Ohr.

Sie lächelte mich mit ihrem perlweißen Lächeln an und trällerte mit Piepsstimme: »Wie kann ich Ihnen helfen?«

Ich drückte meine Augen etwas zusammen, da ich Angst bekam, durch ihr Zahnweiß schneeblind zu werden.

»Ich müsste zu Dr. Brody«, sagte ich in knappen Ton.

Barbie lächelte weiter und tippte in ihren PC.

Mein Gott, wird die von einer Zahnpastafirma gesponsert?, huschte es durch meinen Kopf, aber ihr gegenüber nickte ich nur freundlich wartend. Die Sekunden kamen mir wie Minuten vor. Am liebsten hätte ich meine Stirn auf die Theke gelegt und meine Schuhe durch die Glasscheibe beobachtet.

Doch dann … »Ah, da haben wir es ja. Dr. Brody. Sie müssen mit dem rechten Fahrstuhl in die zehnte Etage fahren. Nach dem Aussteigen stehen Sie direkt vor der Beschilderung und können den Pfeilen folgen. Sie müssen sich einfach links halten, dann können Sie es nicht verfehlen.« Sie grinste.

Ahhhh, blind!, dachte ich und erwiderte ein: »Dankeschön.« Dann lief ich in Richtung Fahrstuhl.

***

Die Eingangshalle war so prahlerisch, dass ich mir die Frage stellte, ob der Architekt hier irgendetwas kompensieren musste. Schlecht gelaunt lief ich weiter zu den verspiegelten Kästen, die mir das Treppenlaufen ersparen würden. Beim rechten Fahrstuhl angekommen, drückte ich den Aufzugsknopf. Ich wippte ungeduldig auf meinen Füßen, als eine Männerstimme mich mit »Guten Morgen« grüßte.