Frauen und Heimwerken

Selbst ist die Frau – was sonst …

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Selbst ist die Frau – was sonst …

Wer glaubt, Heimwerken sei nichts für die Damenwelt, irrt sich gewaltig. Viele Frauen reden nicht lange, sondern nehmen die Renovierung in die eigenen Hände. Also, keine Scheu vor großem Gerät und etwas Schmutz – legen Sie einfach los.

 

Papa tapeziert die Wohnung und repariert den Wasserhahn, Mutti kocht und kümmert sich um die Wäsche – klar, diese traditionelle Rollenverteilung kennen wir alle.

Doch es gibt eine ganze Reihe von Frauen, die neben dem Kochlöffel auch den Hammer und die Bohrmaschine schwingen. Sie haben ihre Leidenschaft für das Selbermachen entdeckt und setzen ihre kreativen Ideen eigenständig um. Das können Sie auch: Verwandeln Sie Ihre Wohnung in ein Zuhause, in dem Sie sich rundherum wohlfühlen.

 

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GELIEBTES ZUHAUSE

Eines ist klar: Jeder von uns wohnt. Und Wohnen macht Spaß. Besonders, wenn man sich in den eigenen vier Wänden einen schönen Rückzugsort vom Arbeitsalltag und eine gemütliche Oase zum Entspannen schafft. Das gelingt schon mit einfachen Gestaltungsmitteln und bei schmalem Geldbeutel. Moderne Dekorationsgeschäfte und Einrichtungshäuser bieten zu jeder Jahreszeit die schönsten Objekte an – stilvolle Bilder, zierliche Vasen, feine Stoffe und farbenfrohe Geschirr-Sets –, die einen regelmäßig in Versuchung bringen. Auf diese Weise lassen sich Räume schnell und unkompliziert umgestalten. Ein Erfolgserlebnis ist damit garantiert. Falls nach dem Kauf der zehnten Teelichter-Serie und dem wiederholten Austausch von Sofakissen und Plaids Ihr Drang nach Verschönerung jedoch nicht gestillt ist, wird es Zeit, endlich zu anderen Mitteln zu greifen. Schließlich sind ein paar hübsche Kissen und Bilder oder dekorative Vorhänge längst nicht alles. Spätestens, wenn die Kunstwerke und Stoffe an die Wand gebracht werden sollen, hat die Bohrmaschine ihren Auftritt. Und manchmal bewirkt schon ein Topf Farbe wahre Wunder – selbst wenn Sie nur eine Wand farbig streichen.

 

MISS DO-IT-YOURSELF RÄT:

Seien Sie mutig und fangen Sie an – jetzt!

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Traditionelle Rollenmuster haben mich noch nie sonderlich beeindruckt. Stattdessen war es mir immer wichtig, selbständig zu sein. Das gilt auch beim Heimwerken. Natürlich kann ich anfängliche Bedenken gut verstehen: Der erste Schritt ist immer der schwerste. Aber glauben Sie mir, danach wird alles viel einfacher. Fangen Sie an, und entdecken Sie mit mir ein Hobby, das jede Menge Spaß bringt.

 

Aufgepasst: Ab heute haben Sie ein neues Hobby – Heimwerken

 

INSPIRATIONEN SAMMELN

Ihr Entschluss steht fest: Sie wollen endlich Ihre Wohnung renovieren. Prima, der erste Schritt ist getan. Jetzt geht es darum, wie das Wohn- und Schlafzimmer oder die Küche später aussehen sollen.

Tapete, Farbe, Fliesen? Bevor Sie eine vorschnelle Entscheidung treffen, sammeln Sie erst einmal Ideen. Diese finden Sie überall: im Möbelhaus, im Lieblingscafé, in Wohnungen von Freunden und Bekannten, aber auch in Fernsehserien sowie in Wohn- und Heimwerkersendungen. Zeitschriften und Magazine, die sich dem Einrichten und Dekorieren widmen, liefern unzählige Anregungen zum Nachmachen. Lassen Sie sich davon inspirieren und überlegen Sie genau, welcher Stil, welche Farbe und welches Material Ihnen ganz besonders gut gefällt und zu Ihnen und Ihrer Familie passt.

 

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UND LOS GEHT‘S

Sie sind motiviert und wissen nun, wie Sie Ihre Wohnung umgestalten wollen. Dann steuern Sie jetzt den nächsten Baumarkt an. Hier können Sie nach Herzenslust stöbern und Materialien genauer begutachten. Aber: Halten Sie sich dieses Mal nicht nur bei den Deko- und Gartenartikeln auf. Unternehmen Sie zum Beispiel eine Exkursion in die Werkzeug- und Fliesenabteilung. Dort gibt es ebenfalls schöne Produkte, und Sie können gleich die hier im Buch gezeigten Werkzeuge und Geräte ausfindig machen. Nehmen Sie sich ruhig zwei Stunden Zeit, um die Baumarktwelt und ihr vielfältiges Angebot kennenzulernen.

 

SIE SCHAFFEN DAS

Wenn Sie Ihren Freundinnen demnächst nicht nur vom erfolgreichen Besuch im Schuhladen erzählen, sondern auch von Ihrem Einkauf im Baumarkt, sind Sie Ihrem Ziel schon ein bedeutendes Stück näher gekommen. Denken Sie aber daran: Heimwerker-Königin wird man nicht über Nacht. Seien Sie deshalb geduldig mit sich selbst. Es ist schließlich noch keine Meisterin vom Himmel gefallen. Die Devise lautet ganz einfach: üben, üben, üben. Sie werden sehen, dass sich erste kleine Erfolge beim Heimwerken schnell einstellen. Falls Sie sich am Anfang noch etwas Unterstützung wünschen, laden Sie einfach Ihre beste Freundin ein. Zu zweit erledigt sich die Arbeit leichter und macht vor allem viel mehr Spaß. Ja genau, Heimwerken bereitet Freude – erst recht, wenn Sie am Ende die Ergebnisse betrachten. Das haben Sie selbst geschafft! Sie können wirklich stolz auf sich sein!

 

Heimwerkerkurse: Ausprobieren erwünscht

Theorie ist die eine Sache, Praxis die andere. Wer vor dem Start der eigenen Renovierung das Tapezieren, Fliesenlegen und Streichen ausprobieren will, besucht einen Heimwerkerkurs.
Solche praxisorientierten Seminare bietet die DIY Academy an. Hier haben Sie die Gelegenheit, Werkzeuge wie Schlagbohrmaschine und Stichsäge zu testen sowie verschiedene Materialien unter die Lupe zu nehmen. Bei allen Arbeiten schauen Ihnen handwerklich ausgebildete Trainerinnen und Trainer über die Schulter und verraten Ihnen viele Profi-Tipps. Damit sind Sie bestens für Ihr erstes Verschönerungsprojekt gewappnet, das garantiert ein voller Erfolg wird. Informationen zu den Kursen der DIY Academy finden Sie im Internet unter: www.diy-academy.eu

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Umgang mit Werkzeug

So arbeiten Sie sicher

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So arbeiten Sie sicher

Beim Heimwerken gibt es durchaus einige Hürden. Diese nehmen Sie ganz leicht, wenn Sie beim Arbeiten mit Werkzeugen folgende Tipps beachten.

 

Heimwerken ist im Grunde wie Kochen: Sie benötigen einen Plan bzw. ein Rezept, die Zutaten und Werkzeuge, Zeit und etwas Geduld. So schön und befriedigend beide Hobbys sein mögen, sie bergen auch die eine oder andere Gefahr.

Beim Kochen hantieren Sie mit scharfen Messern, siedendem Wasser und heißem Fett; beim Heimwerken sind es Cuttermesser, Stichsäge und Leiter, mit denen Sie vorsichtig umgehen sollten.

 

SICHER IST SICHER

Sicherheit bedeutet in erster Linie Aufmerksamkeit. Und aufmerksam ist man nur, wenn man den Kopf frei hat und sich voll und ganz auf das bevorstehende Projekt konzentrieren kann. Auch der Faktor Zeit spielt eine enorme Rolle. Gerade bei Arbeiten, die Sie vorher noch nie gemacht haben, lässt sich nur schwer abschätzen, wie lange Sie dafür brauchen werden. Erfahrungsgemäß dauert es immer etwas länger.

Heimwerken ist körperliche Arbeit. Dafür sollten Sie die passende Kleidung wählen – also keine engen Röhrenjeans, Flatterkleidchen und Ballerinas. Schließlich nehmen Sie nicht am Schönheitswettbewerb teil, sondern gönnen Ihrem Zuhause eine Verschönerungskur. Ziehen Sie deshalb eine bequeme Hose, ein lockeres, aber nicht zu weites Oberteil und feste, geschlossene Schuhe an und binden Sie lange Haare zum Zopf. Auch Uhren und Schmuck brauchen Sie beim Renovieren und Reparieren nicht. Besorgen Sie sich stattdessen hübsche und nützliche Accessoires wie Schutzbrille, Handschuhe, Ohrstöpsel und Mundschutz. Die Brille ist beim Bohren über Kopf, beim Schleifen und Sägen sinnvoll. Eine Mund- und Nasenmaske schützt die Atemwege vor feinem Schleifstaub, der leicht zu Reizhusten führen kann. Wenn Sie mit Wand-oder Fliesenfarben sowie Holzlasuren arbeiten, schonen Handschuhe Ihre Finger und frisch lackierten Nägel. Beim Renovieren geht es oft hoch hinaus. Falls Sie jetzt an einen Stuhl oder einen Hocker denken, vergessen Sie das ganz schnell wieder. Ohne eine intakte, stabile und kippsichere Leiter brauchen Sie gar nicht erst anfangen. Also, schnell in den Baumarkt fahren oder beim Nachbarn klingeln. Wichtig: Gehen Sie bitte kein Risiko ein! Ihre Gesundheit ist immer wichtiger als ein schnell abgeschlossenes Heimwerkerprojekt.

 

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MISS DO-IT-YOURSELF RÄT:

Spüren Sie Strom- und Wasserleitungen auf

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Schon oft wurde ich gefragt: «Was kann ich machen, um keine Stromkabel oder Rohre anzubohren?». Viele befürchten ja, dass gerade ihnen das passiert. Wer wirklich auf Nummer sicher gehen will, besorgt sich am besten ein digitales Ortungsgerät. Es erkennt, an welchen Stellen sich in der Wand eisenhaltige und nicht-eisenhaltige Metalle, stromführende Leitungen und Holzkonstruktionen befinden.

 

RAN AN DIE WERKZEUGE

Ein wenig Respekt vor Werkzeugen zu haben, ist normal und sicher nicht verkehrt. Ängstlich müssen Sie aber wirklich nicht sein. Lesen Sie zuerst immer die Gebrauchsanweisung von Elektro-Geräten durch und beachten Sie unbedingt die Sicherheitshinweise der Hersteller. Das ist schon einmal die halbe Miete. Bevor Sie die Werkzeuge benutzen, sollten Sie prüfen, ob alle Teile vorhanden und die Elektrokabel unbeschädigt sind. Eine Grundregel für jede Heimwerkerin und jeden Heimwerker: Wechseln Sie Bohrer und Stichsägeblätter niemals, bevor der Stecker aus der Dose gezogen ist. Machen Sie sich am Anfang mit den Elektro-Werkzeugen vertraut, indem Sie ein altes Holzbrett probeweise zusägen und schleifen oder mit einem kleinen Bohrer ein Mini-Loch in die Wand bohren.

 

MISS DO-IT-YOURSELF RÄT:

Bohren Sie Löcher, ohne Staub aufzuwirbeln

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Beim Bohren entsteht natürlich Staub, der in feinen Körnern zu Boden rieselt. Klar kann man ihn hinterher immer noch wegsaugen. Ich mache das schon während des Bohrens. Das klappt aber nur an Wänden gut und wenn man Übung im Umgang mit der Bohrmaschine hat. Holen Sie sich also besser eine Helferin dazu, die den Staubsauger-schlauch hält. So können Sie die Maschine ganz sicher mit beiden Händen führen. Will ich Löcher in die Decke bohren, wende ich einen anderen Trick an. Schließlich kann ich den Sauger schlecht mit auf die Leiter nehmen. In den Boden eines alten Joghurt-Bechers bohre ich ein Loch und lasse ihn auf dem Bohrer stecken. Wenn ich dann in die Decke bohre, fällt der Staub in den Becher und nicht in meine Augen.

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Am einfachsten ist es, den Bohrstaub direkt aufzusaugen.

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Ein Joghurt-Becher lässt sich auch als Staubfänger nutzen.

 

TIEFE LÖCHER – BOHREN

Gewöhnen Sie sich schon einmal an den Gedanken: Die Bohrmaschine wird ab jetzt Ihre treue Gefährtin sein. Mit ihr bahnen Sie sich den Weg durch Holz, Metall und Stein, bis Sie den Heimwerkerinnen-Thron erreicht haben. Bevor es losgeht, wählen Sie das für Sie passende Modell aus:

- Akkubohrschrauber: Mit dieser Maschine können Sie im höchsten Getriebegang bohren. Gut klappt das bei Materialien wie Gipskarton, Porenbeton, Holz, Metall und Kunststoff. Vor Mauerwerk und Betonwänden kapituliert das Gerät allerdings.

- Schlagbohrmaschine: Durch viele kurz aufeinanderfolgende Schläge bezwingt dieses Werkzeug sogar Mauern aus Ziegelsteinen. Die Schlagfunktion lässt sich bei Bedarf auch ausschalten.

- Bohrhammer: Das kräftigste unter den Geräten macht selbst Beton gefügig. Über ein pneumatisches Schlagwerk arbeitet sich der Bohrer mit wenigen Schlägen in den Untergrund vor. Auch hier kann man die Hammerfunktion ausschalten und normal bohren.

Für alle Bohrhämmer ist ein spezieller Hammerbohrer, der sogenannte SDS-Bohrer, notwendig. Er wird im Vergleich zu anderen Bohrern nicht fest in das Bohrfutter eingespannt, sondern nur eingeklickt. Dadurch bleibt der Bohrer während des Hämmerns beweglich. Ansonsten unterscheidet man Bohrer nach dem Material, für das sie eingesetzt werden sollen:

- Steinbohrer mit einer seitlich überstehenden Hartmetallspitze

- Holzbohrer mit einer ausgeprägten Zentrierspitze

- Metallbohrer mit einer gefrästen Spitze.

Standardgröße bei den Steinbohrern ist die Nummer 6. Die Zahl steht für den Durchmesser in Millimetern. Damit lassen sich zum Beispiel Löcher für Spiegel, Regale, größere Bilder oder Garderobenhaken bohren. Um schwere Hängeschränke oder sehr große Bilderrahmen aufzuhängen, benutzen Sie besser einen 8er-Bohrer. Für kleine, leichte Rahmen eignet sich der 5-mm-Bohrer.

 

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- Praxistipp zum Bohren: Verwenden Sie nicht sofort die richtige Bohrergröße. Wenn Sie mit einem kleineren Bohrer das Loch zunächst vorbohren, kann nichts schiefgehen. Wechseln Sie danach den Bohrer und vergrößern Sie das Loch.

Haben Sie in Wände, Decken oder Böden die gewünschten Löcher gebohrt, kommt als Nächstes die Befestigungstechnik ins Spiel. Was im ersten Moment etwas kompliziert klingt, heißt übersetzt ganz einfach: Dübel. Diese kleinen Helferlein aus weißem, grauem oder rotem Kunststoff sind enorm wichtig und müssen zum Baustoff passen, in den gebohrt wurde. Eine gängige Sorte sind Universaldübel, die sich beim Eindrehen der Schraube im Baustoff verknoten. Sie eignen sich für die Montage von Bilderrahmen, leichten Hängeschränken, Gardinenstangen (für leichte Stoffe) oder Handtuchhaltern. Für Gipskarton oder Porenbeton gibt es spezielle Dübel, damit an den relativ leichten und weichen Baustoffen Lampen, Bilder, kleine Schränke und Konsolen befestigt werden können. Erhältlich sind auch Dübellösungen für Hohlraumdecken.

Um zu erkennen, aus welchem Baustoff Ihre Wände bestehen, klopfen Sie diese zuerst ab. Erklingt ein hohles Geräusch, handelt es sich sehr wahrscheinlich um Gipskarton. Fällt die Klopfprobe dumpf aus, müssen Sie probeweise bohren. Anhand des Bohrstaubs lässt sich das Material bestimmen. Roter Staub signalisiert: Hier wurden Ziegelsteine verbaut. Ein weißes, feinkörniges Bohrmehl deutet auf Kalksandstein hin. Bei hell- bis dunkelgrauem, sehr feinem Staub handelt es sich um Beton, während grobkörniges und hellgraues Bohrmehl eher für Porenbeton steht. Dübel- und Bohrergröße müssen aufeinander abgestimmt sein, und auch die Schrauben sollten mit Länge und Durchmesser zum Dübel passen.

 

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FESTE ANKER – SCHRAUBEN

Mit Schrauben lässt sich viel anstellen: Sie helfen bei der Wandmontage von Regalen, Schränken und Gardinenstangen oder verbinden Holzteile zu einem Möbelstück. Am einfachsten und kräftesparendsten können Schrauben mit einem Akkuschrauber eingedreht werden. Als Aufsatz dienen sogenannte Bits. Das sind kleine Sechskantstifte aus Metall mit unterschiedlich geformten Köpfen. Zunächst setzt man die Bits direkt oder über einen magnetischen Halter in das Schnellspannfutter des Akkuschraubers ein. Die Bitspitze greift dann in den jeweils passenden Schraubenkopf. Dabei wird unterschieden in folgende Arten:

 

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- Schlitz: Ganz einfache Schrauben besitzen einen Längsschlitz. Die Kraftübertragung ist bei diesen Exemplaren eher gering und man kann schnell abrutschen.

- Kreuzschlitz: Die Bits finden in diesen Schraubenköpfen deutlich besseren Halt und es lässt sich mehr Kraft übertragen.

- Torx: Schraubenköpfe mit dieser Aufnahme sehen sternförmig aus. Neben der Bezeichnung Torx ist auch der Begriff Innensechsrund gebräuchlich.

- Inbus: Hierbei handelt es sich um Schrauben mit einem Innensechskant im Kopf. Möbel zur Selbstmontage werden mit solchen Schrauben und einem passenden Inbusschlüssel geliefert.

Definitiv in jede Werkzeugkiste gehört ein Akkuschrauber. Selbst kleinere Modelle besitzen mittlerweile genug Leistung, um auch längere Schrauben schnell einzudrehen. Das Herausschrauben ist ebenfalls kein Problem: Über einen Schalter lässt sich der Rechtslauf in den Linksbetrieb umstellen. Moderne Geräte sind heute mit Lithium-Ionen-Akkus ausgestattet, die länger halten und sich nicht selbst entladen. Sie werden auf separaten Stationen über das Stromnetz aufgeladen. Zusatzfunktionen wie eine integrierte Arbeitsleuchte und ein geringes Eigengewicht machen das Arbeiten mit diesen Werkzeugen sehr komfortabel. Achten Sie beim Kauf auf die beiden Kennzahlen Drehzahl (Umdrehungen pro Minute) und Drehmoment (Nm). Sie geben Auskunft über die Leistung des Geräts. Dabei gilt: Je höher der Wert, desto besser. Bei einigen Akkuschraubern lässt sich die Drehzahl regulieren, so dass Sie langsamer oder schneller arbeiten können.

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Machen Sie Werkzeuge zu Ihren Freunden und arbeiten Sie zusammen

 

Extra Zubehör

Nichts ist ärgerlicher, als wenn beim Arbeiten plötzlich ein Sägeblatt bricht, ein Steinbohrer stumpf wird oder ein Bit verschwindet. Damit Sie die Zwangspause allenfalls für den Wechsel einlegen müssen, halten Sie immer Ersatz parat. Für alle Elektro-Werkzeuge gibt es Zubehör-Sets mit mehreren und unterschiedlichen Schraubbits, Sägeblättern und Bohrern. Diese ersparen Ihnen den Gang zum Baumarkt.

 

SCHARFE SCHNITTE – SÄGEN

Auch eine Stichsäge ist beim Heimwerken sehr nützlich. Sie benötigen das Elektrowerkzeug, das mittlerweile sogar mit Akkubetrieb erhältlich ist, zum Beispiel beim Verlegen von Laminat oder beim Einbau einer Arbeitsplatte und eines Spülbeckens. Stichsägen sind mit einem Gleit- bzw. Maschinenfuß ausgestattet, der das Führen des Geräts erleichtert und ein seitliches Kippen der Säge verhindert. Mit dem Stichsägeblatt, dessen Zähne immer von der Maschine wegzeigen, werden die Schnitte ausgeführt. Abhängig vom Material benutzen Sie entweder ein Holz- oder Metallsägeblatt. Je feiner die Zahnung und dünner das Blatt, desto geringer die Schnittbreite. Bei gröberen Sägeblättern fällt sie folglich größer aus. Dieser Materialverlust muss beim vorherigen Abmessen mit berücksichtigt werden. Das Einsetzen bzw. Wechseln des Blattes klappt leicht. Über einen kleinen Hebel, der umgelegt wird, lässt sich das Sägeblatt einsetzen und wieder entnehmen. Ganz wichtig: Zu Ihrer eigenen Sicherheit ziehen Sie vorher unbedingt den Stecker aus der Dose, damit Sie die Stichsäge nicht unbeabsichtigt einschalten.

 

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- Praxistipp zum Sägen: Für saubere Schnitte setzen Sie den Gleitfuß der Stichsäge auf die vordere Kante des Werkstücks, zum Beispiel Holz oder Metall. Das Sägeblatt darf das Material noch nicht berühren. Schalten Sie nun das Gerät ein, schieben es mit Hilfe des Gleitfußes langsam an die Kante des Werkstücks heran und sägen entlang der vorher markierten Linie.

Stichsägen sind sehr oft mit einer Pendelhub-Funktion versehen. Diese lässt sich über einen Drehschalter ein- und ausstellen. Der Pendelhub sorgt dafür, dass sich das Sägeblatt nicht nur auf und ab bewegt, sondern auch etwas nach vorn schwingt. Achten Sie hier wegen der erhöhten Sägegeschwindigkeit darauf, dass die Schnittkanten des Materials nicht zu stark einreißen.

 

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GLATTE FLÄCHEN – SCHLEIFEN

Wenn Sie Arbeitsplatten und Möbel aus Holz bearbeiten wollen, kommen Sie um das Schleifen nicht herum. Diese Bearbeitung ist bei neuem, noch unbehandeltem Material nötig, aber auch bei älteren Lack- und Lasuranstrichen, die aufgefrischt werden sollen. Für große Flächen benutzt man am besten elektrische Schleifgeräte. Mit ihnen lässt sich nämlich kraftschonend und zeitsparend arbeiten. Es gibt zwei wichtige Einsteigergeräte:

- Exzenterschleifer besitzen eine runde Schleifscheibe, die während des Schleifens rotiert und gleichzeitig schwingt. Dadurch erzielen sie noch bessere Ergebnisse als reine Schwingschleifer. Der Vorteil von Exzenterschleifern liegt darin, dass sie sehr schnell, gleichmäßig und ansatzfrei arbeiten. Ecken lassen sich mit diesem Gerät allerdings nicht bearbeiten.

- Schwingschleifer sind mit einem länglichen Schleifteller ausgerüstet, der sich seitwärts und vorwärts bewegt. Diese Geräte arbeiten etwas langsamer als Exzenterschleifer und auch der Schleifabtrag ist ein wenig geringer. Ihr Vorteil liegt darin, dass sie sich auch gut zum Schleifen von Ecken eignen.

Die Schleifpapiere werden am Schleifteller befestigt – meistens über ein ganz simples Klettsystem. Die Löcher im Schleifmittel müssen direkt über den Öffnungen im Geräteteller liegen. Sie sorgen dafür, dass der entstehende Holzstaub in den Auffangbehälter abgeleitet wird. Achten Sie beim Kauf auf die Drehzahl und die Leistungsaufnahme der Werkzeuge. Ein Exzenterschleifer sollte mindestens 12.000 und ein Schwingschleifer etwa 11.000 Umdrehungen pro Minute (Drehzahl) schaffen. Die Leistung liegt bei Exzentergeräten idealerweise zwischen 220 und 450 Watt, bei Schwingschleifern zwischen 200 und 400 Watt.

 

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MISS DO-IT-YOURSELF RÄT:

Nehmen Sie Werkzeuge vor dem Kauf in die Hand

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Viele aktuelle Modelle sehen sehr handlich aus. Lassen Sie sich davon nicht täuschen, denn manche können recht schwer sein. Wenn Sie eine halbe Stunde damit arbeiten müssen, wird das schnell sehr anstrengend. Ich rate Ihnen deshalb, mehrere Geräte zum Vergleich in die Hand zu nehmen. So können Sie zum einen das Gewicht testen und gleichzeitig feststellen, ob das Werkzeug gut in Ihrer Hand liegt.

Tapezieren

Schöne Kleider für Ihre Wände

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Schöne Kleider für Ihre Wände

Sie gehen bestimmt gerne einkaufen: Neue Schuhe, ein schöner Mantel oder ein paar nette Accessoires steigern schnell das Wohlbefinden. Was Ihnen persönlich gut tut, schadet auch Ihrem Heim nicht. Also, schenken Sie Ihren Wänden ein schickes Kleid.

 

Eine prächtige Robe erregt Aufmerksamkeit und sorgt für staunende Blicke. Das ist bei den aktuellen Tapetenkollektionen nicht anders als in der Modewelt. Doch es kommt nicht allein auf den «Wow»-Effekt an. Wer sich für Tapete entscheidet, wählt in der Regel Dessins, die zu ihm und seiner Wohnungseinrichtung mit Möbeln und Textilien passen. Mit Wandkleidern können Sie nämlich sehr gut Ihren Wohnstil, aber auch Ihren persönlichen Geschmack unterstreichen. Als Stil- und Gestaltungsmittel sind Tapeten deshalb einfach unverzichtbar. Schließlich handelt es sich bei diesen hauchdünnen Kleidern um kleine Kunstwerke, die ihren Platz an den Wänden verdient haben.

Wie auch immer die Raumgestaltung mit Tapete aussehen mag, sie wird sehr unterschiedliche Stimmungen bei den Bewohnern hervorrufen und darüber hinaus das persönliche Wohlbefinden beeinflussen.

 

MUSTER UND FARBEN

Großformatige Ornamente, florale Muster und farbige Streifen, Imitationen von Naturstein und Beton, von Leder und Tierfellen, Oberflächen mit schimmernden Silberfäden, winzigen Glasperlen und reflektierenden Metallpartikeln – die Auswahl an Wandkleidern ist riesig und macht die Entscheidung für eine Tapete nicht gerade leicht. Vor allem, weil bei der Wahl von Mustern und Farben nicht allein Ihr persönlicher Geschmack ausschlaggebend ist. Wieso? Ganz einfach: Nicht jede Tapete passt in jeden Raum. Vielmehr bestimmen die Proportionen eines Zimmers, welche Tapete sich optisch am besten für die Gestaltung eignet. Betrachten Sie aufmerksam den Raum, den sie tapezieren wollen. Ist er sehr schmal oder eher quadratisch, hat er zu niedrige Decken oder erscheint er Ihnen viel zu groß, um ihn sinnvoll zu strukturieren und einzurichten?

Große Tapetenmuster verkleinern zum Beispiel Wandflächen, besonders in Kombination mit dunklen Farbtönen. Umgekehrt lassen kleine Muster und helle Farben einen Raum weiter und größer erscheinen. Längsstreifen an den Wänden strecken den Raum, das heißt, bei niedrigen Zimmern können Streifen helfen, ihn höher wirken zu lassen. Allerdings verkleinern solche Muster auch den Raum. Querstreifen hingegen verlängern eine Wand optisch in der Breite. Gleichzeitig erscheint der Raum dadurch niedriger. Überlegen Sie im Vorfeld genau, welchen Effekt Sie erreichen wollen. Soll ein großes Zimmer kleiner und gemütlicher wirken? Möchten Sie, dass sich der lange, schmale Flur verbreitert oder der niedrige Raum optisch in die Höhe wächst? Erst, wenn Sie diese Fragen geklärt haben, sollten Sie sich für ein Tapetendessin entscheiden.

 

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Kunstvoll gestaltete Tapeten verleihen Ihren Räumen eine ganz persönliche Note

 

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WÄNDE ALS AKZENTE

Was vermuten Sie: Wie wirkt ein Raum, wenn nur eine Wand tapeziert wurde anstatt alle vier Wände? Die Antwort liegt auf der Hand: Tapeten an einzelnen Wänden sind ein origineller Blickfang. Deshalb dürfen solche Akzente ruhig üppiger und farbenfroher ausfallen. Die übrigen Wände gestalten Sie aber besser dezent, um die gesamte Raumatmosphäre spürbar zu beruhigen. Innerhalb des Einrichtungskonzeptes sollten Möbelstoffe und Vorhänge nicht mit der Farbe und dem Dessin der Tapete konkurrieren, sondern ihre Wirkung unterstreichen. Generell gilt: Kombinieren Sie nicht zu viele Töne und Muster miteinander. Sonst erscheinen Ihre Räume schnell unruhig und wild. Welche Wand hervorgehoben werden soll, hängt von der Raumarchitektur ab und davon, wie Sie das Zimmer später nutzen, einrichten und dekorieren wollen. Als Hingucker eignet sich eine Wand ohne Türen und Fenster besonders gut. Ihr gegenüber sollte die Zimmertür liegen. Beim Betreten des Raums fällt der Blick dann sofort auf die tapezierte Wand. Denken Sie aber daran, dass eine dunkel gestaltete Fläche ein Zimmer optisch verkürzt. Sie werden schnell feststellen, dass die Wand scheinbar näher rückt, also mehr zur Mitte des Raums drängt. Diesen Effekt können Sie sich zunutze machen, wenn Zimmer zu groß oder zu lang sind.

 

PRIMA WOHNKLIMA

Nicht nur Muster und Farben einer Tapete beeinflussen das Raumklima. Auch das Material selbst wirkt sich auf das persönliche Wohlbefinden aus. Achten Sie deshalb darauf, dass die Tapeten keinerlei Weichmacher oder Lösungsmittel enthalten. Das erkennen Sie am RAL-Gütezeichen. Dieses Qualitätssiegel garantiert, dass Tapeten frei von gesundheitsschädlichen Substanzen sind. Heute besitzen einige Fabrikate sogar wärmedämmende Eigenschaften und verbessern auf diese Weise zusätzlich das Wohnklima.

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