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Mission Phoenix - Band 6: Die Macht der Matriarchin


Mission Phoenix - Band 6: Die Macht der Matriarchin


Mission Phoenix, Band 6 1. eBook-Auflage

von: Mara Laue

2,49 €

Verlag: VSS-Verlag
Format: EPUB
Veröffentl.: 02.04.2017
ISBN/EAN: 9783961270422
Sprache: deutsch
Anzahl Seiten: 125

Dieses eBook erhalten Sie ohne Kopierschutz.

Beschreibungen

Die PHOENIX ist bei der Suche nach dem nagdanischen Präsidenten Drinos apat Sersuk auf ein gronthisches Flottenkontingent gestoßen. Kann sie der Übermacht entkommen? Und was steckt wirklich hinter den gronthischen Angriffen auf Nagdorel? Obendrein kocht nicht nur die gronthische Widerstandsbewegung ihr eigenes Süppchen. Auch die Gronthagu Herrscherin und Matriarchin ihres Volkes hat Pläne, die das Schicksal der Gronthagu Liga und der ISA entscheidend beeinflussen könnten.
„Die Macht der Matriarchin“ ist der sechste Roman der erfolgreichen Science-Fiction-Serie „Mission Phoenix“ aus dem vss-verlag
PHOENIX, 18. Mai 2546 Terrazeit – 06.01.351 ISA-Zeit
02.70 Uhr ISA-Bordzeit

Sie starrten einander in die Augen. Dunkelviolette Sauroidenaugen auf der einen Seite, blutrote humanoide Augen auf der anderen. Jedes dazugehörige Gesicht war durch die Zoomfunktion der Bildschirme so groß, dass es die gesamte Wand ausfüllte. Captain Melori lächelte, ohne dabei jedoch die Zähne zu zeigen, denn das hätte die gronthische Kommandantin als aggressive Geste werten können.
Sechzehn Gronth-Schiffe gegen ein ISA-Schiff, das von der Größe her gegenüber einigen Schiffen der Gegner wie ein Spielball wirkte. Der Ausgang des Kampfes, sollte die Gronth-Kommandantin sich entscheiden, ihn zu beginnen, stand aus der Sicht der Grontheh garantiert schon fest. Dass sie in dem Fall eine höchst unangenehme Überraschung erleben würden, konnten sie nicht ahnen. Meloris PHOENIX hatte ein paar Extras auf Lager, die sogar einem IsteP-Trägerschiff hätten gefährlich werden können.
Aber würde die Gronthi den Angriff riskieren? Immerhin hatte sie ihr Flottenkontingent vor der Ortung durch die in einiger Entfernung vorbeiziehenden anderen gronthischen Einheiten im Ortungsschutz eines Mondes versteckt. Das musste einen verdammt guten Grund haben, denn die Grontheh waren alles andere als Feiglinge. Deshalb konnte Melori ausschließen, dass diese Gruppe sich versteckt hielt, um nicht an dem Angriff auf die Nagdanische Planetenunion teilnehmen zu müssen, zu dem die anderen gronthischen Schiffe unterwegs waren. Nach Meloris Einschätzung konnte dieses Versteckspiel nur eines bedeuten.
„Nun, Kommandantin Ashshannak, was werden wir in Anbetracht der Situation jetzt aufbauen?“, fragt sie die Gronthi. Sie sprach Ussagu, die Verkehrssprache der Gronthagu Liga, und hatte das Ussagu-Wort sassaku – „aufbauen“ – in einer Weise betonte, die der Gronthi eine bestimmte Information geben musste, falls Meloris Vermutung zutraf.
Ashshannak stieß ein langgezogenes Zischen aus. Melori war leider nicht allzu gut mit gronthischen Lautäußerungen vertraut, um diese interpretieren zu können.
„Was gedenken Sie aufzubauen, Kommandantin Yaan? Ein Herrschaftssystem oder eine Stadt vielleicht?“
„Anshnaki“, antwortete Melori, die sich Ashshannak als Yaan Telara vorgestellt hatte, wieder in Ussagu: Beziehungen.
Ashshannak zischte erneut. „Das ist eine gute Form von Aufbau.“ Sie machte eine Geste, die ihrer Crew galt. „Waffen deaktivieren.“
Melori atmete innerlich auf. „Waffen deaktivieren“, befahl sie Shakti Janssen, der Taktikoffizierin. „Schilde ebenfalls.“
„Captain?“ Janssen warf ihr einen Blick zu, als wäre Melori nicht ganz zurechnungsfähig.
„Befehl ausführen, Commander.“
Janssen deaktivierte die Waffen und den Schutzschild. Melori war sich des damit verbundenen Risikos durchaus bewusst, aber sie vertraute auf die siebenfach cribomitverstärkte Hüllenpanzerung. Die hielt zwar keinem Dauerbeschuss stand, erst recht nicht, wenn er von sechzehn Schiffen gleichzeitig kam oder auch nur von den zwei größten Kampfschiffen des gronthischen Kontingents. Aber sobald die Grontheh ihre Waffen aktivierten, blieb der PHOENIX genug Zeit, um die Schilde erneut hochzufahren.
Ein Gronther, den Melori für den Ortungsoffizier hielt, hatte bereits seit einiger Zeit zunehmend hektisch an seinem Pult schräg hinter Ashshannak hantiert. Er wandte den Kopf und starrte sie an. Seine Zunge schnellte vor und zurück.
„Was?“, zischte die Kommandantin ihm zu.
„Shasharrash“, antwortete er und schien unfähig, noch etwas anderes zu sagen.
„Auserwählte“, wiederholte er nachdrücklich an Ashshannak gewandt. „Und zwar alle. Kommandantin, die gesamte Besatzung dieses Schiffes wurde von Gronth – Ehre sei ihr! – auserwählt.“
Ashshannak blickte Melori mit demselben Gesichtsausdruck an wie ihre anderen Crewmitglieder auch. Die senkrechten goldenen Pupillenschlitze ihrer Augen weiteten sich. „Sie haben die Pylonen gefunden.“ Eine Feststellung, keine Frage. „Und Gronth – Ehre sei ihr! – hat sich Ihnen gezeigt?“
„Ja.“
„Wie lange?“
Das spielte sicherlich auf die Zeit an, die die PHOENIX verloren hatte, während die Besatzung das den Grontheh heilige kosmische Phänomen betrachtet hatte, die „Pylonen von Gronth“. Obwohl die Zeit gefühlt kurz gedauert hatte, nicht mehr als ein paar Minuten, waren in Wahrheit Stunden vergangen.
„Fünf Stunden.“
Ashshannak überprüfte die Ortungswerte. „Es ist tatsächlich wahr. Gronth – Ehre sei ihr! – hat Sie, Ihr gesamtes Schiff und jedes einzelne Crewmitglied, auserwählt.“
„Ich frage mich, woran man das erkennt“, flüsterte Commander Daar Abraan, der links neben Melori saß, in Globalor.
Das interessierte Melori auch.
Ashshannaks Augen funkelten, als würden darin Sterne tanzen. „Es ist also tatsächlich möglich“, stellte sie fest. „Sie sind keine Gronthagu, Sie sind aus der ISA und somit der Feind! Und dennoch hat Gronth – Ehre sei ihr! – Sie alle auserwählt, ihr erhabenes Antlitz zu erblicken.“ Sie stieß ein singendes Zischen aus. „Mit dieser Entwicklung habe ich nicht gerechnet. Dass so etwas überhaupt möglich ist...“ Sie erhob sich von ihrem Sitz. „Erweisen Sie mir die Ehre, mein Schiff mit Ihrer Anwesenheit zu segnen. Wir haben viel zu besprechen. Wie viele Personen werden Sie mitbringen?“
„Ich rate davon ab, diese Einladung anzunehmen“, sagte Abraan. „Das riecht nach einer Falle.“
Er benutzte wieder Globalor, die terranische Verkehrssprache. Dass die Grontheh ihre Translatoren auf ISArru eingestellt hatten und die ISA-weit gebrauchte Sprache übersetzen konnten, durfte man getrost als Fakt betrachten, obwohl ein Beweis dafür noch ausstand. Dass sie aber Globalor ebenfalls kannten, war relativ unwahrscheinlich. Die Terraneh stellten innerhalb der ISA nur fünfeinhalb Prozent der Bevölkerung und besaßen keine besonders herausragende Stellung.
„Ich schließe mich dieser Einschätzung an“, sagte ihr Erster Offizier Halan Ashkonn, der an Meloris rechter Seite saß.
„Mit dieser Möglichkeit rechne ich, Commanders. Aber diese Schiffe gehören offenbar zum gronthischen Widerstand. Somit haben wir hier eine einmalige Chance. Falls das nicht zutrifft, dann ist heute tatsächlich ein guter Tag, um Dämonen ins Gesicht zu spucken.“ Sie wandte sich an Ashshannak. „Ich bringe drei Begleiter mit.“
„Wir werden Ihnen im Gegenzug vier unserer Leute überstellen“, antwortete die Gronthi. „Töten Sie die, sollten Sie uns nicht unversehrt verlassen. Ich erwarte Ihr Signal, sobald Sie bereit sind.“ Die Gronthi unterbrach die Verbindung.
„Captain, wir erhalten den Aktivierungscode für den Transmitter des Hauptschiffes“, meldete Han. Er blickte Melori an. „Würden die das tun, wenn das eine Falle wäre?“ Er räusperte sich. „In den Dossiers über die Grontheh steht, dass sie sehr ehrenhafte Wesen sind.“
Melori nickte. „Ehre und Kriegstaktik sind kein Widerspruch, Lieutenant. Sie wissen doch, was man uns in unserer Ausbildung zu IsteND-Agenten beigebracht hat. Wir würden dasselbe tun, wenn es unseren Zielen diente.“
„Ja, Ma’am, aber...“
Melori blickte ihn auffordernd an.
„Aber die Gronthi wirkte trotzdem – irgendwie aufrichtig.“
Melori nickte. „Den Eindruck habe ich auch. Ashshannak gehört zum Widerstand. Sie ist allein schon deshalb genau wir verdammt gut in der Lage, Aufrichtigkeit sehr überzeugend vorzutäuschen. Erinnern Sie mich daran, dass ich Ihnen bei Gelegenheit beibringe, was ich alles tue, wenn ich einem Gegner eine Falle stellen will. Ich kenne sogar noch ein paar Tricks mehr als die, die man uns zu diesem Zweck in der Ausbildung beigebracht hat. Den Gegner auf vielerlei Art in Sicherheit zu wiegen, indem man sich scheinbar eine gefährliche Blöße gibt, gehört zu den einfacheren Taktiken. – Lassen Sie sich ablösen, Lieutenant, denn Sie, Dr. Semjonov und Commander Abraan werden mich begleiten.“
„I-i-ich, Ma’am?“ Han starrte sie mit halb offenem Mund an.
„Ja, Sie. Ich brauche Ihr Sprachgenie.“ Sie wandte sich an Ashkonn. „Commander, lassen Sie die gronthischen Gäste, die wir gleich im Austausch empfangen werden, ausgesucht höflich bewirten und unauffällig bewachen. Und sollte es sich bei der Einladung tatsächlich um eine Falle handeln, töten Sie sie.“
„Wie bitte?“ Ashkonn blickte sie befremdet an.
Melori lächelte. „Das erwartet man von uns. Aber selbstverständlich tun Sie in dem Fall nur so, als würden Sie die Grontheh töten.“
„Ich verstehe.“
„Benachrichtigen Sie Dr. Semjonov, dass er sich mit allem, was er für eine Außenmission braucht, im Transmitterraum 1 einfinden soll. Sie ebenfalls, Lieutenant Han. Commander Abraan, wir nehmen selbstverständlich Waffen mit.“
„Wie es bei jeder Außenmission Vorschrift ist“, bestätigte er.
„Commander Shedora, Commander Selakem, finden Sie heraus, woran die Grontheh erkannt haben, dass wir ihre heiligen Pylonen gesehen haben.“
„Das weiß ich bereits, Captain“, antwortete Kya Shedora. „Die Energiepartikel, von denen wir einige für Dr. Trebataa eingesammelt haben, kleben auf der Außenhaut unseres Schiffes. Und etwas von ihrer Energie hat sich in jedem von uns festgesetzt.“ Falls das Shedora beunruhigte, ließ sie es sich nicht anmerken.
Melori seufzte. Da bisher niemand wusste, welche Wirkung diese Partikel und die Energie, die sie ausstrahlten, besaßen, stellte dieser Umstand eine potenzielle Gefahr für die Gesundheit und vielleicht auch das Leben der gesamten Crew dar. Doch das untersuchte das Medo-Team bereits seit dem Vorfall. Und die technische Abteilung versuchte immer noch herauszufinden, die Energiepartikel ins Schiff hatten eindringen können, ohne dass der Eindringlingsalarm ausgelöst wurde.
Melori übertrug das Kommando offiziell an Ashkonn und verließ die Zentrale. Sie war gespannt, was sie an Bord des gronthischen Schiffes erwartete.

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